Ärzte Zeitung, 18.12.2006

Belladonna, Apis, Silicea bei Gelenkbeschwerden

Aus Angst vor unerwünschten Effekten klassischer Medikamente nehmen Patienten mit schmerzenden Gelenken gerne Homöopathika

Von Ursula Armstrong

Gelenkschmerzen in den Händen können im Alltag sehr behindern. Die Homöopathie bietet viele Behandlungsmöglichkeiten. Foto: Photodisc

Kollegen, die Homöopathie anwenden, möchten sie meist nicht mehr missen, auch wenn der Wirkmechanismus nach streng wissenschaftlichen Kriterien nicht faßbar ist. Und viele Patienten lieben die Homöopathie als wirksame Medizin ohne unerwünschte Effekte.

Vor solchen Effekten fürchten sich bekanntlich viele Patienten. Auswertungen der Herner Arthrose-Studie etwa, in der die über 40jährigen Einwohner der Stadt befragt wurden, haben ergeben, daß 60 Prozent Angst vor unerwünschten Arzneiwirkungen haben. Gerade solche Patienten nehmen gerne homöopathische Therapien an oder fragen auch gezielt danach.

Homöopathie - das heißt nicht unbedingt klassische Homöopathie. Viele Kollegen schwören auf Einzelpräparate und kombinieren diese je nach Patient und Beschwerdebild auch. Die Zahl der empfohlenen Mittel bei Gelenkbeschwerden ist groß. Hier nur eine kleine Auswahl, was Kollegen im GU-Kompaß "Homöopathie" empfehlen.

  • Bei hochroter heißer Entzündung mit pochenden, klopfenden Schmerzen, wenn das Gelenk stark druck-, berührungs- und erschütterungsempfindlich ist und sich die Beschwerden durch warme Auflagen verbessern, eignet sich Belladonna D12 (jede Stunde bis alle vier Stunden).
  • Ist das Gelenk dagegen blaßrot und stark geschwollen, sind die Schmerzen eher stechend und bessern sich die Beschwerden durch kühle Umschläge, ist Apis D12 angezeigt (jede Stunde bis alle drei Stunden).
  • Bei einer Gelenkentzündung mit starken stechenden Schmerzen, wenn die kleinste Bewegung schmerzhaft ist, der Patient ärgerlich und gereizt ist und sich die Beschwerden durch kalte Auflagen bessern, wird Bryonia D12 (jede Stunde bis alle sechs Stunden) empfohlen.
  • Allgemein bei Arthrose bewährt haben sich die Mittel Calcium fluoraticum D6 und Silicea D12, zwei- bis dreimal täglich.
  • Schmerzt das Gelenk nach Überanstrengung, Zerrung oder Verletzung, ist das erste Mittel Arnica D12, alle zwei bis sechs Stunden.

Andere Kollegen greifen gerne auf Komplexpräparate zurück, in denen mehrere Homöopathika passend zu definierten Beschwerden kombiniert sind.

  • Ein Beispiel ist Bryorheum®. Das Komplexmittel ist geeignet bei degenerativen Gelenk- und Wirbelsäulenbeschwerden, etwa Knie- und Hüft-Arthrosen, sowie bei Gelenkentzündungen.
  • Rhus Rheuma Gel N ist etwa bei rheumatoiden Schmerzen an kleinen und großen Gelenken eine Option.
  • Denisia® Nr. 8 kann bei verschiedenartigen rheumatischen Schmerzen des Stütz- und Bewegungsapparates angewandt werden, besonders wenn arthrotische Gelenke zu Beginn einer Bewegung schmerzen.
  • Bei entzündlichen oder verschleißbedingten Gelenkerkrankungen mit ziehenden Schmerzen, Steifheit und Taubheitsgefühl ist etwa Rhus toxicodendron Pentarkan® eine Option.
Weitere Beiträge zur Serie:
"Homöopathie in der Praxis"

Folge 14

Folge 13

Folge 12

Folge 11

Folge 10

Folge 9

Folge 8

Folge 7

Folge 6

Folge 5

Folge 4

Folge 3

Folge 2

Folge 1

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