Ärzte Zeitung, 14.04.2004

Forscher konstruieren Nanowaage für Viren

Empfindliche Sensoren für Keime in der Luft

WEST LAFAYETTE (ple). US-Nanotechniker haben eine Miniaturwaage konstruiert, mit der sich sogar kleine Partikel wie Viren wiegen lassen. Auf dieser Grundlage können jetzt extrem empfindliche Sensoren entwickelt werden.

Die Waage besteht aus einem brettförmigen Ausleger aus Silikon, dessen Schwingungsfrequenz sich ändert, wenn sich seine Eigenmasse durch fremde Teilchen vergrößert.

Weil der Ausleger so klein ist - er ist nur etwa fünf Mikrometer lang und zwei Mikrometer breit -, reagiert er sehr empfindlich auf Partikel, die sich an ihn heften, wie die Arbeitsgruppe um Professor Rashid Bastir von der Purdue-Universität berichtet. Ein Mikrometer entspricht einem tausendstel Millimeter. Mit einer solchen Nano-Waage können Teilchen wie Pockenviren gewogen werden, die trillionenfach leichter sind als ein Reiskorn.

Die von den Nationalen Gesundheitsinstituten geförderte Forschung soll helfen, Sensoren zu entwickeln, mit denen Viren und andere Keime oder Partikel in der Luft sofort aufgespürt werden können.

Nach Angaben der Forscher aus West Lafayette im US-Staat Indiana könnten am Ausleger fixierte Antikörper die Waage spezifisch für ausgewählte Viren oder Partikel machen. Die Waage ist so klein, daß Tausende auf einem ein Quadratzentimeter kleinen Chip Platz haben. Die Wissenschaftler wollen ihren Forschungserfolg in der Zeitschrift "Applied Physics Letters" veröffentlichen.

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