Ärzte Zeitung, 20.12.2005

KOMMENTAR

Kein Grund zum Aufatmen

Von Thomas Müller

Die Luft in Deutschland ist besser geworden. Ein Grund zum Aufatmen? Wohl kaum! Zwar geht die Feinstaub-Belastung seit den 90er Jahren zurück, doch in Ballungszentren ist davon wenig zu spüren.

Was durch Rußabscheider in Kraftwerken und strengere Abgasnormen für Diesel-Pkw an Emissionen reduziert wurde, wird in Großstädten durch ein erhöhtes Verkehrsaufkommen wieder wettgemacht - die Feinstaubbelastung ist in vielen Großstädten seit Jahren weitgehend konstant.

Kinder, die in solchen Städten aufwachsen, haben besonders darunter zu leiden. Ihre wachsenden Lungen reagieren empfindlich auf die staubige Luft. Je höher die Feinstaub-Belastung in einer Stadt ist, desto kleiner sind die Lungen der Kinder. Dies ist schon seit einiger Zeit bekannt und wurde jetzt in einer großen deutschen Studie bestätigt.

Mehr noch: Die Studie hat gezeigt, daß dort, wo die Belastung zurückging, die Lungenkapazität zunahm. Diese Argumente sollten reichen, um endlich zu handeln. Aber statt Rußfilter für Dieselfahrzeuge zur Pflicht zu machen, wird für Städte ein Feinstaub-Grenzwert eingeführt, dessen Überschreitung keinerlei Konsequenzen hat. Staubfrei aufatmen wird man so noch lange nicht können.

Lesen Sie dazu auch:
Feinstaub belastet Kinder vor allem in Großstädten

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Unterwegs mit dem ADAC-Ambulanzjet

Wer auf Auslandsreisen krank wird, der ist froh, wenn schnelle Hilfe naht. Besonders zügig geht das mit einem Ambulanzjet - etwa vom ADAC. mehr »

Ein Besuch auf der Messe "Medicare Taiwan"

Taiwans Medizintechnikunternehmen gelten als Powerhouse - und sie suchen den Schulterschluss mit internationalen Partnern. Die "Medicare Taiwan" ist DER Branchentreff – ein Fachmessebesuch in Taipeh. mehr »

Extra-Vergütung für offene Sprechstunden

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will Ärzte für offene Sprechstunden besser bezahlen. Die zusätzliche Vergütung soll es auch dann geben, wenn Ärzte Termine über die Terminservicestellen annähmen.. mehr »