Ärzte Zeitung online, 15.03.2017

EU

Ab Mitte 2018 kein Zahn-Amalgam für Schwangere

Wegen des giftigen Quecksilbers im Amalgam sollen Zahnärzte den Füllstoff bei Kindern und schwangeren Frauen ab 1. Juli 2018 möglichst nicht mehr verwenden. Dies beschloss das Europaparlament.

STRAßBURG Wegen des giftigen Quecksilbers im Amalgam sollen Zahnärzte den Füllstoff bei Kindern und schwangeren Frauen ab 1. Juli 2018 möglichst nicht mehr verwenden. Dies beschloss das Europaparlament am Dienstag. Bis Mitte 2019 sollen zudem alle EU-Staaten Pläne vorlegen, wie das millionenfach genutzte Material weiter zurückgedrängt werden kann.

Amalgam gilt seit Jahrzehnten als billiger und gängiger Füllstoff für Löcher in den Zähnen, ist aber wegen des enthaltenen Quecksilbers umstritten. Kritiker verweisen darauf, dass damit in der EU jährlich bis zu 75 Tonnen des hochgiftigen Schwermetalls in Umlauf kommen. Sie fordern ein Verbot, doch die EU entschied sich vorerst dagegen.

Vorgesehen ist neben den Auflagen für Kinder und Schwangere auch, dass Amalgam künftig auch nur noch in vordosierter Form verwendet werden darf. Zahnärzte müssen das Material in Abscheidern auffangen.

Die EU hat in der sogenannten Minamata-Konvention zugesagt, die Quecksilber-Nutzung einzudämmen. Das wird mit dem Kompromiss umgesetzt, den EU-Kommission, Mitgliedsländer und Parlament bereits im Herbst ausgehandelt hatten. Bis 2020 soll geprüft werden, ob Zahnärzte ab 2030 ganz auf Amalgam verzichten können. (dpa)

Topics
Schlagworte
Zahnmedizin (112)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Der Feind von innen

Wie endogene Retroviren uns krank machen können: Neue Forschungserkenntnisse könnten nützlich sein im Kampf gegen Autoimmunerkrankungen und Krebs. mehr »

PrEP wird Kassenleistung – Was Ärzte wissen müssen

Die Präexpositionsprophylaxe (PrEP) zum Schutz vor einer HIV-Infektion soll ab September Kassenleistung werden. Wir beantworten die wichtigsten Fragen, die Ärzte haben. mehr »

Von wegen „Dr. med. Dünnbrett-Bohrer“

Den Vorwurf an Studenten, die medizinische Promotion sei auf Schmalspur ausgerichtet, will unser Blogger Marcel Schwinger so nicht stehen lassen. Der Medizinstudent, der selbst neben dem Studium forscht, räumt mit Plattitüden auf. mehr »