Ärzte Zeitung, 13.01.2005

Magen-Op nutzt langfristig extrem dicken Menschen

Studie bestätigt günstige Effekte auf Diabetesrisiko

GÖTEBORG (run). Für sehr adipöse Patienten ist eine operative Magenverkleinerung eine effektive Option zur Gewichtsreduktion. Sie profitieren davon deutlich mehr als von Lebensstiländerungen allein - und zwar auch langfristig. Das hat die schwedische SOS-Studie ergeben.

An der prospektiven SOS (Swedish Obese Subjects)-Studie haben über 4000 Patienten mit einem BMI von durchschnittlich 41 teilgenommen. Sie erhielten zum Beispiel ein Magenband oder einen Magenbypass oder sie wurden mit konventionellen Maßnahmen zur Gewichtsreduktion (Diät/Sport) behandelt (NEJM 2004, 351, 2683).

Nach zwei Jahren war bei den Patienten mit operativer Magenverkleinerung das Gewicht um 23 Prozent gesunken. Die konventionell Behandelten hatten sogar leicht zugenommen (01, Prozent). Dieser deutliche Unterschied war auch noch nach zehn Jahren vorhanden. Das Gewicht in der Kontrollgruppe war nun um 1, 6 Prozent erhöht im Vergleich zum Studienbeginn, in der Op-Gruppe war es 16 Prozent niedriger. Der beste Effekt wurde bei den Patienten mit einem Magenbypass beobachtet.

Weiterer Vorteil der Op: Zusätzlich zur verringerten Kalorienzufuhr wurde insgesamt häufiger Sport getrieben. Und auch auf die gewichtsassoziierten Risikofaktoren - mit Ausnahme der Hypercholesterinämie - wirkte sich die Op langfristig günstig aus. So verringerte sich die Inzidenz von Diabetes, Hypertriglyzeridämie und -urikämie bei den Patienten mit verkleinertem Magen stärker als in der Kontrollgruppe. Postoperative Komplikationen wie Wundinfekte/Abszesse traten bei 13 Prozent auf.

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