Ärzte Zeitung, 11.02.2005
 

Winnies und Sporties helfen dicken Kindern, ihre Ernährung zu ändern

PowerKids / Über 30 000 Kinder haben bisher am Selbsttraining-Programm teilgenommen

MÜNCHEN (sto). 30 000 übergewichtige Kinder, die "ein bißchen schlanker werden möchten" haben bundesweit in den vergangenen vier Jahren an dem Programm PowerKids teilgenommen, darunter allein 15 000 in Bayern. Jetzt wurde PowerKids inhaltlich aktualisiert und auch äußerlich überarbeitet.

Bewegung und eine langfristige Ernährungsumstellung helfen, überflüssige Pfunde loszuwerden - auch bei Kindern. Foto: AOK Mediendienst

Mit dem Ziel, die Häufigkeit von Übergewicht und Adipositas bei Kindern zu senken, hatten die Stiftung Kindergesundheit und die AOK Bayern im Januar 2001 das Projekt PowerKids erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.

PowerKids ist ein Selbsttraining-Programm, das sich an übergewichtige Kinder zwischen acht und zwölf Jahren wendet und das spielerisch eine Veränderung der Ernährungs- und Bewegungsverhaltens erreichen will. Entwickelt wurde es von Ärzten, Psychologen und Ernährungsexperten der Universitäten in Göttingen, München und London.

Ziel des Programms ist die langfristige Gewichtsreduktion durch einen verringerten Fettverzehr und eine gesteigerte körperliche Aktivität, wie Dr. Dagmar Czermak-Loges von der AOK Bayern erläutert. Kernstück des Programms ist der PowerKids-Koffer, der viele Info-Materialien und Spiele enthält, die den Kindern zu Hause helfen sollen, das eigene Eßverhalten bewußter wahrzunehmen.

So bekommen die Kinder "Winnies", wenn sie "Fettzies" - das sind Fettpunkte im Essen - und "Schlaffies" - Punkte für vermiedene körperliche Aktivitäten - sparen und wenn sie "Sporties" - Punkte für Bewegung - sammeln. Wer innerhalb von zwölf Wochen 150 "Winnies" sammelt, wird zum PowerKid.

Dieses Konzept habe selbst noch nach einem Jahr positive Effekte auf das Gewicht und das Eßverhalten der Kinder, berichtete der Göttinger Ernährungspsychologe Professor Volker Pudel, der an der Entwicklung beteiligt war, bei einer Pressekonferenz in München.

Die AOK Bayern bietet inzwischen landesweit auch Begleitkurse an. Im vergangenen Jahr waren es 152 Kurse mit etwa 1100 Kindern, wie der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Walter Schwarz berichtete. Für den Erfolg des Programms sind nach seinen Angaben auch Ärzte von großer Bedeutung. Denn mehr als ein Viertel der Kinder und deren Eltern wurden durch ihren Haus- oder Kinderarzt zur Teilnahme an PowerKids motiviert.

Weitere Informationen gibt es unter www.powerkids.de

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Tausende HPV-Tumoren pro Jahr sind vermeidbar

Viele Krebserkrankungen in Deutschland ließen sich durch einen HPV-Schutz vermeiden, so RKI-Berechnungen. Das Institut rät zum Impfen - das könnte auch bei Jungen sinnvoll sein. mehr »

Mit Kohlenhydrat-Tagen die Insulinresistenz durchbrechen

Typ-2-Diabetiker mit schwerer Insulinresistenz können vom Prinzip einer hundert Jahre alten Haferkur profitieren. Erfahrungsgemäß sprechen 70 Prozent der Betroffenen darauf an. mehr »

Kliniken in Nordrhein sind Vorreiter beim E-Arztbrief

Der Klinikbetreiber Caritas Trägergesellschaft West zählt zu den Vorreitern des elektronischen Arztbriefes über KV-Connect. Viele Niedergelassene sind bereits angeschlossen. mehr »