Ärzte Zeitung, 30.11.2005

Bestätigt: Injektion wirkt bei Fettpolster schlecht

CHICAGO (ddp. vwd). Größere Fettpolster am Gesäß können bekanntlich die Wirkung einer "Spritze in den Po" verringern. Bestätigt haben das jetzt erneut Forscher um Victoria Chan vom Adelaide-and-Meath-Krankenhaus in Dublin. Sie haben 50 Patienten mit unterschiedlich viel Fettgewebe im Bereich der Hüfte untersucht.

Die Ergebnisse wurden auf dem Jahrestreffen der Radiologischen Gesellschaft von Nordamerika in Chicago vorgestellt. Zunächst wurde den Patienten eine Spritze ins Gesäß verabreicht und anschließend mit Computertomographie die Verteilung der injizierten Flüssigkeit beobachtet.

In 68 Prozent der Fälle wurde der Gesäßmuskel nicht erreicht. Die Ursache liegt in den Fettpolstern über dem Muskel. Durch Verwendung längerer Nadeln könnte die Erfolgsrate verbessert werden, erinnert Chan.

Bei der Studie wurden die Testinjektionen mit einer kleinen Luftblase versetzt, deren Weg im Körper verfolgt werden konnte. Zusätzlich wurde die Dicke des Fettgewebes im Bereich der Injektionsstelle ermittelt. Die Bilanz: Nur 32 Prozent der Injektionen war erfolgreich. Beim Rest wurde durch eine mehr oder weniger dicke Fettschicht am Po die Verteilung der injizierten Flüssigkeit behindert.

Da Fettgewebe weniger Blutgefäße besitzt als Muskelgewebe, gelangt bei adipösen Personen weniger Wirkstoff in die Blutbahn. Das Medikament hat dann entweder nur einen geringen oder im Extremfall überhaupt keinen Effekt. Der im Fettgewebe verbleibende Wirkstoff kann außerdem eine lokale Entzündung hervorrufen.

Die Studie zeigte eine besonders schlechte Erfolgsbilanz bei Gesäßinjektionen von Frauen. Bei Männern erbrachte ein höherer Anteil der Injektionen das gewünschte Ergebnis. Nach Ansicht von Chan ist der Grund dafür der generell größere Fettanteil bei Frauen im Vergleich zu dem der Männer.

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