Ärzte Zeitung online, 02.07.2009

USA: Zwei Drittel der Erwachsenen und jedes dritte Kind sind zu dick

WASHINGTON (dpa). Die Zahl der übergewichtigen Amerikaner wächst weiter. Zwei Drittel aller Erwachsenen und etwa ein Drittel aller Kinder in den USA seien inzwischen zu dick. Das ist das Ergebnis der am Mittwoch veröffentlichten Jahresstudie des unabhängigen Gesundheitsinstituts TFHT (Washington) und der Robert Wood Johnson Stiftung (Princeton).

In den meisten US-Bundesstaaten sei die Zahl der Übergewichtigen 2008 gestiegen, in keinem Staat aber gesunken. Die gesundheitspolitischen Kampagnen gegen Übergewicht und Maßnahmen zur Förderung gesunder Ernährung insbesondere in Schulen seien damit offensichtlich gescheitert, heißt es. Als übergewichtig gilt, wer einen Body-Mass-Index (BMI) über 25 hat. Besonders stark ist dem Report nach die Zahl der sogenannten Fettleibigen gestiegen, deren BMI über 30 liege. Der Index errechnet sich aus der Division des Körpergewichts (in Kilo) durch das Quadrat der Körpergröße (in Metern).

In 31 der 50 Bundesstaaten liege der Anteil der Fettleibigen an der Gesamtbevölkerung bei mehr als 25 Prozent. Die dicksten Menschen gibt es demnach vor allem in den US-Südstaaten, wie schon seit Jahren angeführt von Mississippi, wo schon 44 Prozent aller Kinder übergewichtig seien. Die geringsten Anteil Fettleibiger hat der Bundesstaat Colorado im Westen der USA mit 18,9 Prozent.

1980 waren dem Bericht nach nur etwa 15 Prozent der Amerikaner fettleibig, 1991 lag deren Anteil noch unter 20 Prozent. Als Ursache für die Gewichtszunahme der US-Bürger werden schlechte Ernährung, Mangel an Sport und anderen Aktivitäten im Freien sowie zu viel Zeit vor dem Fernseher und Computer genannt.

Die gegenwärtige Wirtschaftskrise wird nach Ansicht der Experten die Zahl der Übergewichtigen weiter steigen lassen. Zum einen seien die Preise für gesunde Nahrungsmittel gestiegen, zum anderen bedeuteten schwierige Zeiten wachsende Belastungen, mehr Stress und die Gefahr von Depressionen für viele Menschen. Dies alles zählt zu den Ursachen für falsche, kalorienreiche Ernährung.

Weitere Infos: http://healthyamericans.org/reports/obesity2009/

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