Ärzte Zeitung online, 23.09.2010

OECD: Fettleibigkeit ist weltweite Epidemie

PARIS (dpa). Fettleibigkeit nimmt in immer mehr Ländern das Ausmaß einer Volkskrankheit an. In den Mitgliedsstaaten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung ist nach am Donnerstag veröffentlichten Zahlen im Schnitt bereits jeder zweite Bürger übergewichtig.

Deutschland ist in dieser Beziehung repräsentativ: Dort trugen zuletzt 60 Prozent der Männer und 45 Prozent der Frauen zu viele Kilos mit sich herum, rund jeder sechste Deutsche war fettleibig. Vor 1980 habe der Anteil der krankhaft dicken Menschen in den meisten Ländern noch deutlich unter zehn Prozent gelegen, schreiben OECD-Experten zu den alarmierenden Zahlen.

Als Grund für die ungesunde Entwicklung nennen die Forscher schlechte Ernährungsgewohnheiten, Stress und zu wenig Bewegung. Auch Kinder seien immer stärker betroffen. Schon jetzt ist den Zahlen zufolge jedes dritte Kind in den 33 OECD-Ländern übergewichtig. "Schwer fettleibige Menschen sterben etwa acht bis zehn Jahre früher als Personen mit normalem Gewicht, und sie entwickeln mit höherer Wahrscheinlichkeit Krankheiten wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs", warnen die Experten.

Im Umgang mit dem Problem fordern sie eine gemeinsame Strategie von Regierungen und Wirtschaft. Fettleibigkeit könne bereits mit einem Aufwand von wenigen Euro pro Kopf erfolgreich bekämpft werden, heißt es.

Nach Definition der Weltgesundheitsorganisation WHO gelten Erwachsene mit einem Body-Mass-Index (BMI) zwischen 25 und 30 als übergewichtig und Personen mit einem BMI von über 30 als fettleibig. Der BMI berechnet sich aus dem Gewicht geteilt durch die Körpergröße zum Quadrat. Er gibt damit das Gewicht einer Person im Verhältnis zur Körpergröße an.

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