Ärzte Zeitung online, 12.10.2010

Nächtliche Beleuchtung kann Fettsucht fördern - zumindest bei Mäusen

COLUMBUS/BRISTOL (dpa). Eine schwache aber konstante Beleuchtung in der Nacht kann die Gewichtszunahme verstärken, selbst wenn auf gute Ernährung und viel Bewegung geachtet wird. Zu dieser Annahme kommen Wissenschaftler der Universität Ohio, nachdem sie junge Mäuse nachts einem Dimmlicht ausgesetzt hatten.

Diese Tiere nahmen in acht Wochen rund 50 Prozent mehr zu, als Mäuse, die einem regulären Hell-Dunkel-Alltagausgesetzt waren. Grund hierfür war, dass die Mäuse zu den falschen Zeiten Nahrung aufnahmen.

"Irgendetwas an dem Licht ließ die Mäuse in unserer Studie zu den falschen Zeiten essen, in denen sie normalerweise die Nahrung abbauen würden", sagt der Co-Studienleiter Dr. Randy Nelson. Verweigerte man diesen Mäusen Futter zu den falschen Essenszeiten, nahmen sie hingegen nicht zu (PNAS online).

Das Team geht davon aus, dass die weit verbreitete Fettsucht bei Menschen in westlichen Ländern durch die konstante Helligkeit der elektrischen Lichtquellen auf Straßen und in Wohnungen - etwa Computer und Fernseher - noch gefördert werden könnte.

Allerdings haben Mäuse einen anderen Tag-Nacht-Rhythmus als Menschen. Sie sind von Natur aus nachts recht aktiv und fressen gewöhnlich nur 36 Prozent ihrer gesamten Nahrung am Tag.

In einer weiteren, davon unabhängigen Studie legten Forscher der englischen Universität Bristol nun dar, dass zehn- bis elfjährige Kinder, die mehr als zwei Stunden pro Tag vor dem Computer und Fernseher verbringen, ein erhöhtes Risiko für psychologische Erkrankungen haben. Dies sei unabhängig davon, wie viel Ausgleichszeit die Kinder mit körperlicher Bewegung verbringen, berichtet der Studienleiter im US-Magazin "Pediatrics" (Novemberausgabe).

Abstract der Mäuse-Studie (Link wird von der Fachzeitschrift frei geschaltet)

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