Ärzte Zeitung, 17.01.2011

Großes Frühstück schützt nicht vor Hunger

MÜNCHEN (dpa). Wer reichhaltig frühstückt, hat tagsüber trotzdem normalen Hunger. Er nimmt insgesamt gesehen sogar mehr Kalorien zu sich als Menschen mit einem kleinen Frühstück, haben Ernährungsmediziner aus München herausgefunden.

Ihre Studie widerspricht der verbreiteten Annahme, nach einem üppigen Frühstück könnten die anderen Mahlzeiten kleiner ausfallen. Wer beim Frühstück 400 Kalorien zu sich genommen hatte, hatte am Abend genau diese 400 Kalorien mehr intus gehabt, als wenn er nicht gefrühstückt hätte. Wer abnehmen will, sollte also schon beim Frühstück damit anfangen.

Für die Studie wurden die Essgewohnheiten von 280 übergewichtigen und 100 normalgewichtigen Menschen überprüft. Jeder Teilnehmer musste zehn Tage lang genau protokollieren, was er aß.

Das Besondere an der Studie: iIn ihr wurden nicht die Menschen miteinander, sondern jeweils mit sich selbst. Dafür wurden etwa Tage gegenüber gestellt, an denen derselbe Mensch mal gefrühstückt und mal nicht gefrühstückt hatte.

Alerdings werden Abnehmwillige davor gewarnt, einfach das Frühstück auszulassen. Wichtig sei vielmehr, über den Tag verteilt insgesamt etwas weniger zu essen und beispielsweise fünfmal am Tag Obst oder Gemüse zu verzehren. Nur so könne der Mensch seine Ernährung dauerhaft umstellen.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Wenn Kokain auf Brust und Herz schlägt

Down nach dem High: Ein junger Mann kommt mit Brustschmerzen in die Notaufnahme, er hat am Tag zuvor Kokain konsumiert. Die Diagnostik ergibt einen überraschenden Befund. mehr »

Immer mehr BU-Fälle durch die Psyche

Der lange Arm der Leistungsgesellschaft oder einfach bessere Diagnose? Eine sprunghaft steigende Anzahl von Arbeitnehmern scheidet wegen psychischer Probleme vorzeitig aus dem Berufsleben aus. mehr »

Fehlerquelle Entlassbriefe

Unbekannte Abkürzungen und Therapieempfehlungen, die nicht zum Befund passen: Eine Umfrage unter Hausärzten deckt Verbesserungspotenzial in Entlassbriefen auf. mehr »