Ärzte Zeitung, 03.06.2015

Neue Referenzwerte

Wie viele Kalorien braucht ein Mensch?

BONN. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat neue Referenzwerte für die Energiezufuhr veröffentlicht.

"Die Datengrundlage hat sich geändert. Für die Gleichung zur Berechnung des Ruheenergieverbrauchs für Erwachsene haben wir nun Werte aus Deutschland, vorher mussten wir vor allem auf internationale zurückgreifen", so Dr. Daniela Strohm vom DGE-Referat Wissenschaft im Interview mit Springer Medizin.

"Mit der Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS) 1 hatten wir jetzt zudem die aktuellen Daten zur Körpergröße zur Verfügung."

Bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen hat sich nicht viel getan. Der Referenzwert liegt mal ein bisschen höher, mal ein bisschen niedriger als vorher. "Ein Mann im Alter von 25-50 Jahren, der sich wenig bewegt, braucht etwa 2300 kcal, eine gleichalte Frau circa 1800 kcal", so Strohm.

Viele Änderungen bei Schwangeren

Sehr viel geändert habe sich dagegen bei Schwangeren und Stillenden. Früher habe man den zusätzlichen Energieverbrauch für die gesamte Schwangerschaft gleichmäßig über die neun Monate verteilt.

Laut aktuellen Richtwerten sollen Frauen mit Normalgewicht im 1. Trimester nicht mehr als sonst essen, ab dem 2. etwa 250, das entspricht aber nur einer Scheibe Vollkornbrot mit Margarine und Käse im letzten Trimester 500 kcal/d mehr.

Diese Richtwerte gelten aber nur für Frauen, die vor der Schwangerschaft normalgewichtig waren und in der Schwangerschaft im wünschenswerten Bereich zunehmen und unverändert aktiv bleiben. (bs)

Aktuelle Referenzwerte für die Energiezufuhr:www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/energie/

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Europäische Impfwoche - Same procedure as last year!

Heute starten die Europäischen Impfwochen. Am Beispiel Masern werden beträchtliche Defizite in Deutschland deutlich - und dass es seit Jahren kaum Fortschritte gibt. mehr »

Blick ins Gehirn offenbart beste Therapie-Option

Einige Depressive sprechen besser auf Verhaltenstherapien an, andere auf Antidepressiva. Ein Blick ins Hirn per fMRT zeigt, welcher Ansatz den meisten Erfolg verspricht. mehr »

Milliarden für die Versicherten – Kassen bleiben skeptisch

Erster Aufschlag des neuen Gesundheitsministers: Jens Spahn will gesetzlich Versicherte per Gesetz entlasten. Aus Richtung Kassen und Opposition weht scharfer Gegenwind. mehr »