Diabetes

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Ärzte Zeitung online, 12.10.2015

Stoffwechsel

Calcineurin reguliert den Energiehaushalt

NEUHERBERG. Bei der Regulation des Energiehaushalts übernimmt das Protein Calcineurin eine zentrale Funktion, berichten . Forscher des Helmholtz Zentrums München. Es vernetze Mitochondrien im Muskel miteinander und optimiere so die Zellatmung (Cell Metab 2015; online 15. September).

Mitochondrien sind in einem Netzwerk miteinander verbunden, welches je nach Bedarf der Zelle über eine Verschmelzung (Fusion) beziehungsweise Teilung (Fission) von Mitochondrien dynamisch reguliert werden kann.

Die Münchener Forscher berichten von einem neuen Mechanismus, wie die Zelle durch Bildung von länglichen mitochondrialen Nanotunneln die Zellatmung verstärkt und hierdurch eine Verbesserung des Energie- und Glukosehaushalts im Körper bewirken kann, heißt es in einer Mitteilung des Helmholtz Zentrums München. Entscheidend dabei sei Calcineurin.

Die Wissenschaftler zeigten, dass Fliegen, die kein Calcineurin produzieren können, trotz hochkalorischer Nahrung ein geringeres Gewicht, geringere Fettspeicher sowie eine erhöhte Stoffwechselrate aufwiesen. Auch Mäuse mit einem Calcineurin-Defekt waren trotz fettreicher Nahrung vor Übergewicht geschützt und zeigten einen erhöhten Kalorienverbrauch.

Um diesen Effekt zu bestätigen, hemmten die Forscher im Tiermodell gezielt die Wirkung von Calcineurin mit dem Inhibitor Tacrolimus. Dies reduzierte die Gewichtszunahme durch kalorienreiche Nahrung ."Ein evolutionär so hoch konservierter Mechanismus zur Kontrolle des Stoffwechsels in Fliegen und Mäusen lässt vermuten, dass Calcineurin auch im Menschen eine ähnliche Rolle spielt", wird Dr. Paul Pfluger vom Institut für Diabetes und Adipositas (IDO) in der Mitteilung zitiert.

Er leitet das Team aus Kollegen des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD) und Wissenschaftlern aus den USA. "Es würde also naheliegen, die Funktion von Calcineurin medikamentös zu unterbinden, um Fettsucht zu behandeln".

Effekte von niedrigdosierten Calcineurin-Inhibitoren auf das Körpergewicht von adipösen Patienten wurden bisher nicht klinisch untersucht. "Unserer Meinung nach ist eine solche Studie mit niedrigen Konzentrationen von Calcineurin-Inhibitoren durchaus sinnvoll. Entsprechende Ansätze werden aktuell getestet", so Pfluger. (eb)

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[12.10.2015, 20:25:41]
Dr. Wolfgang P. Bayerl 
Das Ziel ist so klar wie falsch:
Man sucht eine Pille, bei der man den ganzen Tag futtern kann und trotzdem nicht dick wird.
Dass sich sogenannte "Wissenschaftler" für so einen wissenschaftlichen Unsinn hergeben, ist mehr als bedauerlich. So kommt "Wissenschaft" in einen immer schlechteren Ruf.
Optimierung ist sowohl in Technik wie Biologie (Natur) immer eine Verbesserung des Wirkungsgrades und nicht eine Verschlechterung. Ein trainierter Ausdauersportler senkt in Ruhe nicht nur seinen Puls sondern auch seine Stoffwechselaktivität als Ergebnis des Trainings, sogar die Temperatur wird etwas abgesenkt.
Das ist genau das, was man dem Übergewichtige nicht oft genug zu predigen hat, er hat nicht eine verminderte "Verbrennung" sondern eine erhöhte, auch nachts.
Ein Medikament, das also den Wirkungsgrad aufgenommener Energie weiter drastisch verschlechtert, ist eher eine Stoffwechselkatastrophe als irgend ein Fortschritt.
Nur die besserwisserischen Psychologen werden das nicht kappieren. zum Beitrag »
[12.10.2015, 16:56:53]
Dr. Karl-Otmar Stenger 
Liste der Nebenwirkungen von CNI-Inhibitoren
Wenn man sich die Liste der Nebenwirkungen von CNI-Inhibitoren ansieht (Arzneimittelkursbuch 2010/2011 S. 1628 - 31), kann man nicht auf den Gedanken kommen, dass Tacrolimus jemals als Medikament zur Behandlung der Fettsucht eingesetzt werden könnte. Hervorzuheben sind dabei Diabetes Mellitus, Glukosestoffwechselstörung bzw. -intoleranz, Hypertriglyceridämie, Hyperurikämie. zum Beitrag »

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