Ärzte Zeitung, 15.06.2016

Welt-Ernährungsreport

Jeder dritte Mensch ernährt sich falsch

Die Welt teilt sich zunehmend in zwei Extreme auf: Übergewichtige und Unterernährte. Dadurch entstehen jährliche Kosten, die größer sind als die der Finanzkrise.

Jeder dritte Mensch ernährt sich falsch

Während ein Teil der Weltbevölkerung hungert, ist ein Großteil übergewichtig.

© Marco Mayer / fotolia.com

PEKING. Immer mehr Länder weltweit kämpfen mit Übergewicht und Mangelernährung zugleich. "Wir leben in einer Welt, in der es die neue Normalität ist, fehlerhaft ernährt zu sein", sagte Lawrence Haddad vom Internationalen Forschungsinstitut für Ernährungspolitik (IFPRI) zur Vorlage des "Global Nutrition Report 2016". "Einer von drei Menschen leidet unter irgendeiner Form von Fehlernährung."

Es gebe kaum Fortschritte im Kampf gegen falsche oder unzureichende Ernährung und es müsse mehr in Vorbeugung investiert werden, sagte Haddad, Co-Vorsitzender der unabhängigen Experten, die den Bericht herausgeben.

Fast zwei Milliarden Menschen fettleibig

44 Prozent der Länder mit verfügbaren Daten zeigen demnach ein "sehr ernstes Maß" sowohl an Unterernährung als auch an Übergewicht und Fettsucht unter Erwachsenen - das sind 57 von 129 untersuchten Ländern.

Fast zwei Milliarden Menschen sind demnach fettleibig. Einer von zwölf leidet unter Diabetes. Fehlernährung sei verantwortlich für fast die Hälfte der Todesfälle von Kindern unter fünf Jahren, heißt es weiter.

Enorme Kosten der Fehlernährung

Die wirtschaftlichen Kosten seien enorm. Elf Prozent der Wirtschaftsleistung gingen dadurch in Asien und Afrika verloren.

Allein durch Über- oder Unterernährung gehe jedes Jahr weltweit mehr Wirtschaftsleistung verloren als durch die globale Finanzkrise zwischen 2008 und 2010, hieß es weiter. Wenn ein Familienmitglied in den USA fettleibig sei, erhöhten sich die Gesundheitsausgaben um acht Prozent des jährlichen Einkommens. In China verliere ein Mensch mit Diabetes gut 16 Prozent seines Gehalts. (dpa)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Diese Akuttherapie lässt Hypertoniker Berge erklimmen

Wenn Hypertoniker in großen Höhen kraxeln, steigt ihr Blutdruck viel stärker an als bei ähnlicher Belastung auf tieferem Niveau. Eine Akuttherapie kann dagegen helfen, berichten Ärzte. mehr »

Nach Laborreform - Alte EBM-Nummer, aber neue Fallen für den Bonus

So viel hat sich bei den Ausnahme-Kennnummern im Labor zum 1. April gar nicht geändert. Doch ihre Wirkung auf Laborkosten ist völlig anders als bisher. Lesen Sie am Beispiel des Diabetes, wie Sie neue Fallen im Labor vermeiden. mehr »

Neue MS-Medikamente für weniger Schübe und weniger Behinderung

Wie innovative Medikamente und neue Behandlungsrichtlinien die Therapie bei MS optimieren – das ist ein Schwerpunkt beim Kongress der Europäischen Neurologen in Lissabon. mehr »