Ärzte Zeitung online, 20.12.2018

Ernährung

Spahn unterstützt Vereinbarungen für weniger Zucker und Salz

Die Ernährungsindustrie soll künftig durch Selbstverpflichtung für weniger Fett, Salz und Zucker in ihren Produkten sorgen. Das BMG lobt das als Baustein im Kampf gegen Übergewicht.

BERLIN. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn dringt auf einen stärkeren Kampf gegen Übergewicht und falsche Ernährung. „Besonders Kinder müssen wir schützen“, sagte der CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. Er unterstütze Ernährungsministerin Julia Klöckner (CDU), die die Lebensmittelindustrie dazu gebracht habe, schrittweise Fett, Salz und Zucker in Fertigprodukten zu reduzieren.

„Wir bauen auf diese Selbstverpflichtung der Ernährungswirtschaft und überprüfen sie regelmäßig“, sagte Spahn. Ansonsten müsste der Gesetzgeber einschreiten. Weniger Übergewicht vermeide viel Leid und Kosten.

Das Kabinett hatte am Mittwoch eine von Klöckner vorgelegte Strategie verabschiedet, die Vereinbarungen mit Herstellern vorsieht. Damit sollen bis 2025 Produkte wie Müslis, Tiefkühlpizza oder gesüßte Getränke allmählich weniger Fett, Salz und Zucker enthalten. Von Verbraucherschützern und der Opposition kam teils scharfe Kritik, dass das Modell auf freiwilliger Basis nicht ausreiche.

Starten soll die Umsetzung Anfang 2019, eine erste Bilanz soll im Herbst kommen.

In Deutschland gelten laut Ernährungsministerium 47 Prozent der Frauen, 62 Prozent der Männer und 15 Prozent der Kinder als übergewichtig. Zu viel Zucker, Fett und Salz erhöhen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes. Verbraucherschützer und Mediziner fordern seit langem ein stärkeres Gegensteuern etwa mit weiteren Kennzeichnungen, Werbebeschränkungen oder Extra-Steuern. (dpa)

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[21.12.2018, 17:29:41]
Christiane Hubig 
Wo bleibt die Selbstverantwortung des Einzelnen ?
Ich bin als Diplom-Oecotrophologin und seit über 14-jähriger Tätigkeit als Ernährungsberaterin ( auch in Schulen und Kindergärten) doch immer wieder neu erstaunt, dass der Eindruck erweckt wird, dass alleine die Industrie und ihre Produkte u. a. an unserem Adipositasproblem die überwiegende Schuld tragen.
Studien haben bislang gezeigt, dass es durchaus ein großes Wissen dazu gibt, was sog. ungesunde Lebensmittel ( zu fett, zu süß, zuviel Salz, zu große Portionen usw.) sind, aber dass eben auch viele keine Lust haben sich an daran zu halten. Eine Erkrankung durch falsche Ernährung tritt halt u. U. erst nach vielen Jahren auf. Wie bitte wollen Sie Herr Spahn, Frau Klöckner dies in den Griff bekommen - sprich den Einzelnen u. U. zwingen/bevormunden...? Desweiteren was ist denn mit der Ausbildung von Köchen, Hauswirtschaftern usw.? Gerade auch im Hinblick darauf, dass ja immer mehr Menschen mittags außer Haus essen? Haben Sie sich mal die Bücher und die darin enthaltenen Grundrezepte für deren Ausbildung angesehen, von den Fernsehsendungen reden wir lieber nicht zu dem Thema. Da werden Köche sogar noch als Ernährungsspezialisten vorgestellt! Sollten solche Sendungen denn nicht auch besser vor der Ausstrahlung kontrolliert werden? Von der dort nur oftmals unzureichend durchgeführten Hygiene sprechen wir besser auch nicht?!
Wenn ein Verbraucher irgendetwas essen will, egal ob gesund oder nicht, so wird dieser Verbraucher Mittel und Wege finden dies auch zu tun! Jeder der heute sich schon gesund ernähren will kann dies auch mit Fertig- oder Halbfertigprodukten - nicht mit Jedem, aber mit ein wenig Aufwand geht dies.
Wenn wir schon einen Reihumschlag machen möchten, was ist mit den Produkten von Konditoren, Bäckern und Fleischern. Hier müßten etliche Produkte, gerade aus Sicht des Zucker-, Fett- und Salzgehaltes ganz verschwinden!
Es gilt sicherlich den Umgang hiermit zu lernen, aber das geschieht nicht mit regiden Kontrollen. Es gilt auch sicherlich Kinder für das Thema zu sensibilisieren, dies geht aber nicht ohne Eltern und Elternabende zu diesem Thema, egal ob Kita oder Schule zeigen leider, dass dann etliche Eltern nicht da sind. Das Fach Hauswirtschaft müßte für alle Schultypen verbindlich sein - schließlich sollte jeder die Grundlagen der Lebensmittelzubereitung (incl. Lagerung) und einer ausgewogenen Ernährung kennen. Diese Grundlagen können dann auch speziell hierfür ausgebildete Hauswirtschaftslehrer lehren und es ist falsch dies in die Hände von jedem x-beliebigen Lehrer zu geben, der selber glaubt oder auch sein Rektor hofft,nur weil die Lehrkraft sich selber irgendwie ernährt von den o. g. Fachgebieten Ahnung zu haben!
So gesehen gibt es etliche Baustellen zu diesem Thema, welche auch seit Jahren der Politik bekannt sind, aber bislang nichts unternommen wird, weil das kostet ja wieder Geld!
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