Ärzte Zeitung, 14.12.2007

Umfrage belegt Angst vor einer Steroid-Therapie

MÜNCHEN (sto). Nahezu zwei Drit-tel der Patienten mit allergischer Rhinitis und fast jeder zweite Patient mit atopischer Dermatitis in Deutschland haben Angst davor, mit Kortison behandelt zu werden. Das belegt eine aktuelle Studie. Die Folge: Vielen Patienten wird eine Behandlung mit topischen Steroiden vorenthalten.

An der Untersuchung von TNS Healthcare München haben etwa 400 Patienten, mehr als 200 Ärzte und 100 Apotheker sowie weitere 1632 gesunde Menschen teilgenommen. Die direkte Frage nach den Ursachen der Steroidphobie ergab, dass 82 Prozent der Patienten mit allergischer Rhinitis und 87 Prozent der Patienten mit atopischer Dermatitis meinen, dass kortisonhaltige Medikamente bei langfristiger Anwendung unerwünschte Wirkungen haben. Das berichtete Professor Bernd Tischer von TNS Healthcare. Gefürchtet seien vor allem Gewichtszunahme, Hautveränderungen und Müdigkeit, so Tischer bei einer Veranstaltung von essex Pharma in München.

Die ablehnende Haltung vieler Patienten gegen Kortison sei den Ärzten durchaus bewusst, so Tischer. Die Folge: Nur jedem zweiten Patienten mit allergischer Rhinitis werde ein kortisonhaltiges Nasenspray wie Mometason (Nasonex®) angeboten. Hauptgründe seien eine erwartete Ablehnung des Patienten und die Annahme, dass ein kortisonfreies Präparat ausreicht. Bei der atopischen Dermatitis wird zwar 72 Prozent der Patienten eine kortisonhaltige Salbe angeboten, 31 Prozent lehnen die Anwendung jedoch ab oder beenden die Therapie frühzeitig - mit dem Ergebnis, dass lediglich die Hälfte der Patienten kortisonhaltige Salben anwenden, berichtete Tischer.

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