Ärzte Zeitung online, 01.07.2008
 

Straßenverkehr erhöht bei Kindern Allergie-Risiko

MÜNCHEN (dpa). Kinder, die in der Nähe von stark befahrenen Straßen aufwachsen, erkranken häufiger an Allergien. Dies ist das Ergebnis einer Studie des Helmholtz Zentrums München mit mehr als 3000 Kindern der Stadt, die vom Zeitpunkt der Geburt an sechs Jahre beobachtet worden waren.

Kinder, die weniger als 50 Meter von einer viel befahrenen Hauptstraße entfernt wohnten, hatten demnach im Vergleich zu abgeschiedener wohnenden Altersgenossen ein um bis zu 50 Prozent höheres Risiko für Erkrankungen wie asthmatische Bronchitis, Heuschnupfen, Ekzeme und Allergien. Mit steigendem Abstand zur Hauptstraße sei das Risiko gesunken, teilte das federführenden Helmholtz Zentrum am Dienstag mit.

Ihrer Analyse legten die Wissenschaftler um Joachim Heinrich die jeweilige Entfernung der elterlichen Wohnung zu verkehrsreichen Straßen zugrunde sowie auch die für die jeweiligen Wohnadressen der Kinder ausgerechneten Werte der Luftbelastung mit Feinstaub, Dieselruß und Stickstoffdioxid. In die Analyse flossen die Ergebnisse medizinischer Untersuchungen und der regelmäßigen Elternbefragungen ein. Darüber hinaus wurde bei den Kindern im Alter von sechs Jahren das Auftreten spezifischer Antikörper gegen häufige Allergene im Blutserum getestet.

Es zeigte sich, dass mit steigender Feinstaub-Belastung Erkrankungen wie asthmatische Bronchitis sowie Pollen-Allergien zunahmen. Aufgrund erhöhter Stickstoff-Belastung nahmen auch Ekzeme zu. Die Studie wurde im "American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine" (177, 2008, 1331) veröffentlicht.

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