Ärzte Zeitung, 17.11.2009

Aktuelle Allergie-Leitlinie rät zu Fisch für Mütter und Babys

Empfehlungen der Fachgesellschaften erleichtern Ernährung gefährdeter Säuglinge

WIESBADEN (ars). In der aktualisierten Leitlinie zur Allergieprävention haben sich drei Empfehlungen geändert. Das bringt für die Ernährung werdender Mütter und ihrer Babys weniger Restriktionen und damit eine Erleichterung mit sich.

Aktuelle Allergie-Leitlinie rät zu Fisch für Mütter und Babys

Fischbrei für Babys - in den aktualisierten Leitlinien gäbe es keine Einwände.

Foto: Dron@www.fotolia.de

Die Leitlinie zur Allergieprävention gilt für Familien, in denen Angehörige eine atopische Erkrankung haben. Erstellt wurde sie von verschiedenen deutschen Fachgesellschaften, darunter die Deutsche Dermatologische Gesellschaft und die Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie. Drei wesentliche Neuerungen gibt es in der Fassung von 2009, wie Professor Ulrich Mrowietz aus Kiel beim Derma Update in Wiesbaden berichtet hat:

  • So wurde die Empfehlung, Säuglinge die ersten sechs Monate ausschließlich zu stillen, auf vier Monate verkürzt. Denn wie Studien ergeben haben, bedeutet die längere Stillzeit kein vermindertes Allergierisiko im Vergleich zum kürzeren Stillen.
  • Weiterhin wurde der Rat aufgegeben, beim Zufüttern gefährdeter Säuglinge nach Ende der Stillzeit "vorsichtig" zu sein. Demnach spricht nun nichts mehr dagegen, ihnen bereits im ersten Lebensjahr allergene Nahrungsmittel wie Hühnerei zu geben. Auch Fischmahlzeiten seien zu erwägen. Denn nach Erkenntnissen der vergangenen Jahre ist das Zeitfenster zur Induktion der oralen Toleranz vom 5. bis zum 12. Monat besonders weit geöffnet. Und es gibt kaum Evidenzen, dass ein Hinauszögern von Breikost jenseits des 4. bis 6. Monats schützend wirkt.
  • An werdende Mütter richtet sich die Empfehlung, während Schwangerschaft und Stillzeit Fisch zu essen, um beim Kind Atopien vorzubeugen.
  • Die US-amerikanische Gesellschaft für Pädiatrie sei in einer aktuellen Übersichtsarbeit zu ähnlichen Ergebnissen gekommen, sagte Mrowietz. An den weiteren Ratschlägen zur Allergieprävention - etwa keine Katzen zu halten oder Kindern kein Passivrauchen zuzumuten - habe sich dagegen nichts geändert.

    www.uni-duesseldorf.de/AWMF/ll/061-016.htm

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