Ärzte Zeitung, 02.02.2010

Impfungen senken sogar das Allergie-Risiko

Vollständig geimpfte Kinder haben weniger Heuschnupfen und Asthma / Analyse bei 15 000 Kindern

NEU-ISENBURG (ikr). Die Angst vieler Eltern, aber auch Ärzte, Impfungen im ersten Lebensjahr könnten das Allergierisiko erhöhen, ist nach den Ergebnissen einer großen deutschen Studie unbegründet. Impfungen haben demnach sogar einen leichten Schutzeffekt.

Im bundesweiten Kinder- und Jugendgesundheitssurvey (KiGGS) wurden von 2003 bis 2006 die Daten von mehr als 17 000 Kindern und Jugendlichen bis 17 Jahre analysiert. Von insgesamt 15 383 Kindern, die bereits das erste Lebensjahr vollendet hatten, lagen verwertbare Daten zu atopischen Erkrankungen und Impfungen vor (Allergo J 18, 2009, S20). Hierzu wurden die Eltern befragt.

Bei knapp elf Prozent der Kinder war nach dem ersten Lebensjahr ein Heuschnupfen diagnostiziert worden. Und bei nahezu acht Prozent wurde ein atopisches Ekzem festgestellt sowie bei vier Prozent Asthma. Bei den Kindern, die bis zum Ende des ersten Lebensjahres alle von der STIKO empfohlenen Impfungen erhalten hatten, war die Prävalenz für keine der atopischen Erkrankungen erhöht, sondern sogar etwas geringer als bei Kindern, die nicht komplett geimpft waren. Die Prävalenz für Heuschnupfen war um 14 Prozent geringer, die für das atopische Ekzem um sieben Prozent und die für Asthma um etwa zehn Prozent.

Die Daten stützen die Empfehlung der neuen S3-Leitlinie zur Allergieprävention. Danach sollen alle Kinder, auch Risikokinder, nach den STIKO-Empfehlungen geimpft werden. "Es gibt keine Belege, dass Impfungen das Allergierisiko erhöhen, aber Hinweise, dass Impfungen das Allergierisiko senken können", heißt es in der Leitlinie.

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