Ärzte Zeitung online, 22.12.2010

Laufende oder verstopfte Nase? Das kann auch Asthma sein!

GÖTEBORG (ars). Symptome einer chronischen Rhinosinusitis wie verstopfte oder laufende Nase können Hinweise auf Asthma sein. Das bedeutet für Ärzte, bei solchen Beschwerden auch die Diagnose "Asthma" in Erwägung zu ziehen.

Darauf weisen Forscher der Universität Göteborg hin, die Daten einer großen Populationsstudie ausgewertet haben. Für diese Untersuchung hatten 30 000 nach dem Zufallsprinzip ausgewählte Bürger in Westschweden zu verschiedenen Aspekten ihrer Gesundheit Auskunft gegeben (Journal Respiratory Research 2010; 11: 163).

Wie sich herausstellte, hatten fast zwei Prozent der Befragten schweres Asthma. Erstmals sei damit die Prävalenz von schwerem Asthma in einer Populationsstudie ermittelt worden, schreiben die Autoren um Professor Jan Lötvall. Demnach sei schweres Asthma wesentlich verbreiteter als bisher angenommen, so dass Ärzte ihr Augenmerk verstärkt auf diese Erkrankung richten sollten.

Die Wissenschaftler fanden außerdem heraus, dass Symptome einer Rhinosinusitis wie eine verstopfte oder laufende Nase mit schwerem Asthma verknüpft sein kann. Sie schlagen daher vor, Patienten, die solche Beschwerden haben, eventuell auf Asthma zu untersuchen. Das gelte besonders dann , wenn zusätzlich leichtere Symptome des unteren Respirationstrakts vorliegen wie Keuchen, Luftnot bei körperlicher Anstrengung und nächtliches Erwachen wegen Atemproblemen.

Ein Viertel der Asthmapatienten hat der Studie zufolge mehrere Asthma-Symptome. Diese Gruppe wachte nachts krankheitsbedingt mehr als doppelt so häufig auf wie Patienten mit weniger Symptomen.

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