Ärzte Zeitung, 19.08.2012

Kommentar

Neues Leben mit Frühstücks-Ei

Von Beate Schumacher

Für Familien mit einem Kind, das stark allergisch auf Hühnereiweiß reagiert, sind die Diätvorgaben oft ein Albtraum. Es genügt schließlich nicht, dem Betroffenen das Frühstücks-Ei zu streichen.

Tabu sind auch viele andere Lebensmittel, die nicht auf den ersten Blick als potenzielle Allergieauslöser zu erkennen sind, etwa Gebäck, Eiscreme oder Mayonnaise. Zu Hause lässt sich die Diät auch relativ gut kontrollieren - schwierig wird es im Kindergarten, bei Partys oder Schulausflügen.

Tödliche nahrungsmittelbedingte Anaphylaxien bei Kindern ereignen sich daher meistens in fremder Umgebung. Die ständige Sorge der Eltern führt zudem oft zu erheblichen Einschränkungen im sozialen Leben betroffener Familien.

Durch eine orale Immuntherapie (OIT) ist es nun gelungen, bei einem Teil dieser Kinder eine Toleranz gegen Hühnereiweiß zu erzeugen. Noch handelt es sich dabei um eine experimentelle Therapie, die wegen des Risikos von schweren allergischen Reaktionen generell nur unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt werden darf und deren Langzeitwirkung offen ist.

Falls sie sich in weiteren Studien bewährt, wäre damit für die Betroffenen weitaus mehr gewonnen als der Ad-libitum-Verzehr von Frühstücks-Eiern.

Lesen Sie dazu auch:
Eiweißallergie: Pülverchen hilft jedem vierten Kind

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Wenn Alzheimer nach frisch gebackenem Brot riecht

Erst lässt der Geruchssinn nach, dann treten Phantosmien auf – ein US-Neurologe berichtet über seine beginnende Demenz, und weshalb die frühe Diagnose für ihn wichtig war. mehr »

Neuer Pflege-TÜV startet im November

Bislang ist der Pflege-TÜV mehr ein Ärgernis als eine Hilfe. Viel zu oft gibt es sehr gute Noten für Pflegeheime in Deutschland. Nun gibt es grünes Licht für eine Reform. mehr »

1,4 Millionen Krebstote für 2019 erwartet

In diesem Jahr könnten in der gesamten EU mehr Menschen an Krebs sterben als noch vor Jahren. Doch es gibt auch eine gute Entwicklung. mehr »