Ärzte Zeitung, 25.07.2016

Klärung

Lebensmittelallergie oder Intoleranz?

BERLIN. Nach dem Essen grummelt der Bauch, juckt es im Mund oder die Luft wird knapp - nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung verträgt etwa jeder Fünfte in Deutschland bestimmte Lebensmittel nicht. Drei bis vier Prozent der Menschen in Deutschland entwickeln sogar Lebensmittelallergien, erinnert das Infozentrum für Prävention und Früherkennung (IPF).

Ob eine Allergie die Beschwerden auslöst oder eine Lebensmittelunverträglichkeit, kläre nur eine gründliche Diagnostik. Ein Faltblatt des IPF liefert Informationen. Im Falle einer Lebensmittelallergie reagiert das Immunsystem des Körpers ja auf bestimmte Proteine in Nahrungsmitteln.

Beim Versuch, diese Allergene abzuwehren, bildet der Organismus spezifische Antikörper (IgE-Antikörper). Bei erneutem Kontakt lösen diese Beschwerden aus, die bis hin zu einem allergischen Schock reichen können.

Die Antikörper helfen aber auch, der Lebensmittelallergie auf die Spur zu kommen: Mittels Bluttests wird geprüft, ob eine immunologische Reaktion mit IgE-vermittelten Antikörpern vorliegt, erläutert das IPF in seiner Mitteilung.

Fehle diese, handele es sich in der Regel um eine Lebensmittelunverträglichkeit, etwa gegen Milchzucker (Laktose) oder Fruchtzucker (Fruktose). Eine allergische Schockreaktion müssten diese Patienten nicht befürchten.Menschen, die auf Pollen allergisch reagieren, können verstärkt an Lebensmittelallergien leiden. Experten sprechen von pollenassoziierten Lebensmittelallergien. Wem etwa Birkenpollen zusetzen, verträgt unter Umständen auch keine Äpfel. Nicht immer wissen Betroffene, woher diese Symptome kommen. Bluttests schaffen auch in diesen Fällen Klarheit. (eb)

Weitere Informationen zur Allergiediagnostik enthält das IPF-Faltblatt "Allergie". Es kann kostenlos unter www.vorsorge-online.de heruntergeladen werden.

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