Ärzte Zeitung online, 10.11.2016

Allergiker

Mehr Mut zur Autoinjektion!

Von Christine Starostzik

Lebenswichtige Strategien für Allergiker mit Anaphylaxiehistorie sind das Vermeiden bekannter Trigger sowie schnelles Handeln, wenn sich erneut Symptome zeigen. Letzteres soll durch einen Adrenalin-Autoinjektor ermöglicht werden, mit dem Patienten nach einem Erstereignis ausgestattet werden.

Wie eine kanadische Studie mit Kindern ergeben hat, kommt dieses Equipment im Ernstfall jedoch zu selten zum Einsatz: 23 Prozent der Patienten, die mit anaphylaktischen Reaktionen in eine Notaufnahme gebracht wurden, hatten im Vorfeld kein Adrenalin erhalten.

Viele Gründe halten vor Injektion zurück

Die vielfältigen Gründe hierfür wurden bereits untersucht: Manche Eltern erkennen den Ernst der aktuellen Situation nicht und interpretierten die Symptome falsch, andere haben Angst vor fehlerhafter Anwendung oder fürchten, dem Kind weh zu tun.

Auch ist der Injektor nicht immer da, wo er sein sollte – jederzeit in Reichweite des Allergikers. All dies zeigt, wie viel Nachholbedarf bei der Patienten- und Elternschulung sowie bei der Aufklärung in der Arztpraxis besteht.

Neben einer besseren Kenntnis der typischen Symptome einer Anaphylaxie muss Patienten und Angehörigen klar gemacht werden, dass es lebensrettend sein kann, wenn sie im Notfall nicht auf den Arzt warten, sondern selbst zum Injektor greifen.

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