Ärzte Zeitung, 08.12.2011

Embryonen bei der Entwicklung zuschauen

Mit dem "EmbryoScope" an der Universitäts-Frauen- klinik in Heidelberg ist die genaue Beobachtung der Eizell-Entwicklung in den ersten Tagen nach der künstlichen Befruchtung (IVF) möglich.

Embryonen wird bei der Entwicklung zugeschaut

Embryo im Blastozytenstadium wenige Tage nach der Befruchtung.

© Uniklinikum Heidelberg

HEIDELBERG (eb). Das IVF-Labor an der Heidelberger Universitäts-Frauenklinik in der Abteilung für Gynäkologische Endokrinologie und Fertilitätsstörungenwird zum Referenzlabor für Präimplantationsdiagnostik (PID) ausgebaut.

Die Voraussetzung dafür ist die modernste technische Ausstattung - wie das "EmbryoScope", eine Art Brutkasten für befruchtete Eizellen.

"Damit ein Kind heranwachsen kann, muss die Zellteilung korrekt ablaufen", wird der Laborleiter Professor Markus Montag in einer Mitteilung der Uniklinik zitiert.

Über die eingebaute Kamera könne die Entwicklung der befruchteten Eizellen in den ersten Tagen genau verfolgt werden. Sollte etwa sichtbar werden, dass zwei Zellen miteinander verschmelzen, statt sich zu teilen, wäre der Embryo nicht entwicklungsfähig.

Höhere Chance für Nachkommen

Die Chancen für Paare auf Nachwuchs erhöhten sich dadurch deutlich, so der Reproduktionsbiologe. Nach 3 bis 5 Tagen könne man einen gesunden Embryo in den Mutterleib einsetzen.

In den vergangenen Wochen sei die Zahl der auf diese Weise herbeigeführten Schwangerschaften an der Universitäts-Frauenklinik Heidelberg gestiegen.

Darüber hinaus haben die Heidelberger ein Kulturmedium mit entwickelt, das die Teilung der Eizelle aktiviert. Normalerweise ist dafür die männliche Samenzelle zuständig, doch in bestimmten Fällen kann es das benötigte Enzym nicht absondern.

Bei 4 von 5 Paaren mit unerfülltem Kinderwunsch liege die Ursache bei den Spermien, so Montag. Hier könne in der Regel nach der intrazytoplasmatischen Spermieninjektion (ICSI) das Kulturmedium bei der Aktivierung helfen. Bei der ICSI- Methode wird eine ausgewählte Samenzelle direkt in die Eizelle injiziert.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Marathon geht Amateuren richtig ans Herz

Wer sich als Amateur an einen Marathon wagt, ist trotz regelmäßigen Trainings kardial gefährdet. Studienautoren geben einen Tipp, um das Herz nicht so stark zu belasten. mehr »

„Das ist keine Propagandaschlacht“

Einige Passagen im geplanten Termineservice- und Versorgungsgesetz stoßen Ärzten sauer auf. Im Interview erläutern die drei KBV-Vorstände, warum sie zuversichtlich sind, dass sich Änderungen noch durchsetzen lassen. mehr »

TK senkt Zusatzbeitrag – Barmer nicht

Nach und nach geben die Krankenkassen ihren Beitragssatz für 2019 bekannt - nun tat dies die Kassen-Schwergewichte TK und Barmer sowie zwei weitere AOKen. Es zeichnen sich sinkende Zusatzbeiträge ab, aber nicht bei jeder Kasse. mehr »