Ärzte Zeitung, 12.04.2016
 

Demografie

Kinder von älteren Müttern sind fitter

ROSTOCK. Bisherige Studien haben ja gezeigt, dass die Gesundheitsrisiken von Kindern mit dem Alter ihrer Mütter steigen: Je später eine Frau schwanger wird, desto größer ist etwa das Risiko des Kindes, später an Alzheimer, Bluthochdruck oder Diabetes zu erkranken.

Doch trotz dieser Risiken könnten Kinder davon profitieren, wenn ihre Mütter sie erst spät bekommen. Darauf weist eine Studie hin, die Professor Mikko Myrskylä vom Max-Planck-Instituts für demografische Forschung (MPIDR) und seine Kollegen veröffentlicht haben (Pop Develop Rev 2016; 42(1): 69-94).

Die Daten zu Größe, körperliche Fitness, Schulabschlüsse und Bildungsstand von mehr als 1,5 Millionen Frauen und Männern aus Schweden, die zwischen 1960 und 1991 geboren wurden, hatten die Wissenschaftler in ihrer Studie erfasst.

Sie stellten fest, dass die Kinder älterer Mütter größer waren, bessere Schulleistungen erzielten und mit einer höheren Wahrscheinlichkeit eine Universität besuchten als die Kinder jüngerer Mütter. Das habe selbst dann gegolten, wenn die Mütter bei der Geburt des Kindes bereits 40 Jahre alt oder älter waren.

Verglichen die Forscher beispielsweise Geschwister mit einem großen Altersabstand, habe sich gezeigt, dass Kinder, deren Mutter bei der Geburt Anfang 40 gewesen war, im Schnitt etwa ein Jahr länger eine Schule oder Universität besuchten als Geschwister, bei deren Geburt die Mutter Anfang 20 gewesen war.

Das Gesundheitswesen und die sozialen Verhältnisse haben sich in der Vergangenheit in vielen Ländern verbessert. Bisherige Studien, die den Einfluss des mütterlichen Alters auf die Gesundheit ihrer Kinder untersucht hätten, ließen derartige Entwicklungen außer Acht, heißt es in einer Mitteilung des MPIDR. Bekomme eine Frau ihr Kind beispielsweise zehn Jahre später, veränderten sich auch die gesundheitlichen und sozialen Bedingungen, unter denen das Kind aufwüchsen. (eb)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Vom Sinn und Unsinn medikamentöser Arthrose-Therapien

Arthrosebeschwerden sind weit verbreitet und nur begrenzt medikamentös behandelbar. Ein Update zur Evidenzlage medikamentöser Therapien wurde nun präsentiert. mehr »

Diesen Effekt haben Walnüsse auf Lipide

Die Lipidsenkung durch den täglichen Verzehr von Walnüssen stellt sich offenbar unabhängig davon ein, ob man dabei auf Kohlenhydrate oder Fette oder auf beides verzichtet. mehr »

Weltärztebund und Papst im Dialog zur Palliativmedizin

Seltene Kooperation: Weltärztebund und Papst sprechen sich für ein Sterben in Würde aus, aber gegen Euthanasie und assistiertem Selbstmord. mehr »