Ärzte Zeitung, 09.06.2004

Jedes zweite Kind mit Asthma hat auch Heuschnupfen

Nicht-sedierende Antihistaminika sind Therapie der Wahl

BERLIN (gün). Eine Therapie von Kindern mit allergischer Rhinitis ist nur selten ohne Medikamente möglich. Therapie der Wahl bei jüngeren Kindern sind moderne nicht-sedierende Antihistaminika wie Levocetirizin sowie bei Asthma lokale Kortikosteroide.

Jeder zweite siebenjährige Asthmatiker hat gleichzeitig auch eine allergische Rhinitis. Daran hat Professor Ulrich Wahn bei einer Veranstaltung des Unternehmens UCB in Berlin erinnert. Und: 30 Prozent aller Kinder mit allergischer Rhinitis hätten auch Asthma. Das gemeinsame Vorkommen wird auch als "United Airways Disease" bezeichnet.

Kinder mit allergischer Rhinitis haben ein 45prozentiges Risiko, in den nächsten drei Jahren zusätzlich Asthma zu entwickeln. Zur Prävention von Asthma bei Kindern wurde bekanntlich in einer internationalen Studie die Wirksamkeit von Cetirizin (Zyrtec®) untersucht (wir berichteten).

Wurde die Studiengruppe als Ganzes betrachtet, ergab sich kein nachweisbarer präventiver Effekt. In einer Subgruppe allerdings wurde ein deutlicher Effekt festgestellt, nämlich bei Kindern, die bereits im zweiten Lebensjahr gegen Pollen oder Hausstaubmilben-Kot oder beide Allergene sensibilisiert waren. Bei ihnen trat um 50 Prozent seltener Asthma auf als in der Vergleichsgruppe unter Placebo.

Derzeit wird in einer Nachfolgestudie der Effekt von Levocetirizin - von dem Unternehmen als Xusal® angeboten - bei diesen besonders gefährdeten Patienten geprüft.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Angst vor Stürzen sorgt für Verzicht auf Antikoagulans

Ein erhöhtes Sturzrisiko ist noch immer der häufigste Grund, auf eine orale Antikoagulation bei Vorhofflimmern zu verzichten. mehr »

Warum der Zuckersirup zum dicken Problem werden könnte

Seit Anfang Oktober gibt es in der EU keine Quotenregelung mehr für die aus Mais, Getreide oder Kartoffeln gewonnene Isoglukose. Experten befürchten eine Zunahme von Übergewicht und Diabetes. mehr »

Stotter-Therapie im virtuellen Raum

Geschätzt über 800.000 Bundesbürger stottern. Viele von ihnen ziehen sich komplett zurück, weil sie Ablehnung fürchten. Ein Ausweg: Therapie-Methoden, bei denen man zunächst zu Hause sprechen übt – online. mehr »