Ärzte Zeitung, 21.01.2005

Kombipräparat bei Asthma nutzt doppelt

Studie mit Budesonid plus Formoterol als Basis- und Bedarfsmedikation / Vorteile im Vergleich zu anderen Therapien

GLASGOW (ikr). Ein Kombipräparat mit dem inhalativen Kortikosteroid Budesonid und dem lang-wirksamen β2-Mimetikum Formoterol eignet sich bei Asthma sowohl als Basismedikation als auch zur Symptomkontrolle bei Bedarf. Die Rate schwerer Exazerbationen ist mit diesem Vorgehen geringer als mit der zusätzlichen Verwendung eines kurzwirksamen β2-Mimetikums bei Bedarf oder mit Budesonid als Basistherapie und einem kurzwirksamen β2-Mimetikum bei Bedarf.

Junge mit einer Asthma-bedingten Bronchialobstruktion. Foto: DAK / Deutsche Atemwegsliga

Das hat eine randomisierte Doppelblind-Studie ergeben, an der 2753 Kinder und Erwachsene mit Asthma teilgenommen haben. Die Studie wurde bei einer Veranstaltung des Unternehmens AstraZeneca in Glasgow in Schottland vorgestellt. 922 Patienten erhielten dabei ein Jahr lang Budesonid plus Formoterol (80/4,5 µg zweimal pro Tag) als Basistherapie sowie dieselbe Medikation in derselben Dosierung zusätzlich zur Symptomkontrolle bei Bedarf. 906 Patienten bekamen zum Vergleich die zuvor genannte Basistherapie plus 0,4 mg des kurzwirksamen β2-Mimetikums Terbutalin zur Symptomkontrolle. Die übrigen 925 Studienteilnehmer erhielten 320 µg Budesonid zweimal täglich als Basistherapie plus Terbutalin bei Bedarf.

Primärer Endpunkt der Studie waren schwere Exazerbationen, das heißt das Asthma verschlimmerte sich so sehr, daß etwa eine stationäre Behandlung oder eine orale Kortikoidtherapie erforderlich wurden.

Innerhalb eines Jahres hatten 16 Prozent der Patienten, die Budesonid und Formoterol als Basis- und Bedarfstherapie erhielten, eine schwere Exazerbation. Von den Patienten, die Budesonid und Formoterol als Basistherapie und Terbutalin bei Bedarf anwendeten, waren es 27 Prozent und von den Patienten, die Budesonid als Basistherapie und Terbutalin bei Bedarf benutzten, waren es 28 Prozent.

Das bedeutet nach Angaben der Wissenschaftler eine signifikante Reduktion der schweren Exazerbationen um 45 bis 47 Prozent zugunsten von Budesonid plus Formoterol als Basis- und Bedarfstherapie. Außerdem waren die nächtlichen Asthma-Symptome mit dieser Therapie signifikant geringer als mit den Vergleichsmedikationen und die Lungenfunktion war besser.

Alle drei Medikationen wurden von den Patienten allgemein gut vertragen, und die unerwünschten Wirkungen waren nur leicht bis mäßig stark ausgeprägt. Die häufigsten Nebenwirkungen waren Atemwegsinfektionen und Kopfschmerzen.

AstraZeneca bietet bereits ein fixes Kombipräparat mit Budesonid und Formoterol (Symbicort® Turbohaler®) zur Basistherapie bei Asthma bronchiale an. Mittlerweile hat das Unternehmen auch die EU-Zulassung für eine Indikationserweiterung zur Bedarfsmedikation beantragt.

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