Ärzte Zeitung, 20.05.2005

Dauertherapie bringt Asthma-Patienten Vorteile

Studie mit knapp 700 Patienten mit persistierendem Asthma / Stabile Dosis besser als symptomorientierte Therapie

MÜNCHEN (sto). Bedarfsorientierte Medikation oder Dauertherapie? Diese Frage stellt sich bei der Behandlung von Patienten mit Asthma bronchiale immer wieder. Eine Studie, in der beide Therapiekonzepte miteinander verglichen wurden, brachte das Ergebnis, daß eine ausreichend dosierte fixe Dauertherapie besser ist.

In der CONCEPT-Studie (Control Centred Patient Treatment) wurden bei insgesamt 688 Patienten zwischen 18 und 70 Jahren mit persistierendem Asthma bronchiale ein Jahr lang Daten erhoben.

    Fixe Dosierung senkt auch den Bedarf an Steroiden.
   

Nach einer vierwöchigen Stabilisierungsphase wurde die eine Hälfte der Patienten mit einer fixen Dosierung von Salmeterol und Fluticasonpropionat (Viani® Diskus®) behandelt, die andere Hälfte erhielt eine Formoterol / Budesonid-Basistherapie mit Dosisanpassung.

Primärer Zielparameter der Studie war der Prozentsatz symptomfreier Tage. Das berichtete der Pneumologe Dr. Wolfgang Zachgo aus Geesthacht bei einer Veranstaltung von GlaxoSmithKline in München.

Unter der Dauertherapie lag der Anteil der symptomfreien Tage in der Vergleichsphase, also in den Wochen fünf bis 52, bei 74 Prozent im Vergleich zu 65 Prozent unter der symptomorientierten Behandlung. Hochgerechnet auf ein ganzes Jahr bedeute dies, daß Asthmapatienten mit einer Dauertherapie 32 symptomfreie Tage mehr haben als Patienten, die ihre Medikamente nach Bedarf und angepaßt an die Symptomatik nehmen, erklärte Zachgo.

Die Dauertherapie habe außerdem dazu geführt, daß sich die Zahl der mittelschweren und schweren Exazerbationen um fast die Hälfte (50 versus 96 Ereignisse) reduzierte. Entsprechend geringer seien auch der Gebrauch systemischer Steroide sowie die Zahl von Notfallbehandlungen und stationären Einweisungen gewesen.

Die Ergebnisse der CONCEPT-Studie belegten, daß eine stabile Dauertherapie bei Asthma bronchiale einer flexiblen symptomorientierten Therapie im Hinblick auf den Anteil symptomfreier Tage und einer Verringerung der Rate der Exazerbationen überlegen ist, erklärte Zachgo.

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