Ärzte Zeitung, 02.11.2005

Infektionen erschweren die Asthma-Diagnostik bei Kindern

Husten, Atemnot und Giemen sind bei Kindern die Leitsymptome / Tips zu Lungenfunktionsdiagnostik und Provokationstests

MÜNCHEN (sto). Asthma bei Kindern sollte früh diagnostiziert werden, damit rechtzeitig behandelt werden kann, und Folgeschäden vermieden werden können. Auf einige Besonderheiten, die es dabei zu beachten gibt, weist Professor Joachim Kühr aus Karlsruhe hin.

Atemnot, die oft anfallsartig auftritt, ist bei Kindern ein zentrales Symptom für ein Asthma bronchiale. Foto: Atemwegsliga

So sollte bei Kindern, die jünger als acht Jahre sind, zur Testung der Lungenfunktion nach Möglichkeit ein Verfahren verwendet werden, bei dem die Mitarbeit des Kindes nicht ausschlaggebend ist, forderte Kühr bei der Jahrestagung der Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin in München.

Außerdem: Bei Säuglingen und Kleinkindern stehe häufig eine durch Infektionen ausgelöste immer wiederkehrende obstruktive Ventilationsstörung im Vordergrund, so Kühr. Das mache die Diagnostik etwas schwierig. Damit solche Aspekte sowie Komorbiditäten hinreichend beachtet würden, solle die Diagnose "Asthma" durch speziell geschulte Pädiater gestellt werden, forderte Kühr.

Bei Kindern gehören Husten, Atemnot, die oftmals anfallsartig auftritt, und pfeifende Atemgeräusche zu den Leitsymptomen eines Asthmas. Wichtig sei auch die Allergie- und Familienanamnese, betonte Kühr.

Nach den Empfehlungen der Nationalen Versorgungsleitlinie kann die Diagnose "Asthma" bei Kindern und Jugendlichen dann als gesichert gelten, wenn eine Atemwegsobstruktion nachgewiesen ist und die Einsekundenkapazität (FEV1) nach Inhalation eines kurzwirksamen Beta-2-Sympathomimetikums in einer altersabhängigen Dosierung um mehr als 15 Prozent zunimmt.

Eine Obstruktion liege vor, wenn das Verhältnis von FEV1 zu Vitalkapazität weniger als 75 Prozent betrage, sagte Kühr bei einem Satelliten-Symposium von MSD Sharp & Dohme. Alternativ sei auch eine Provokation mit bronchokonstriktorischen Stimuli, etwa durch die Inhalation von Kaltluft oder einen Test auf dem Laufband möglich.

Die zirkadiane Variabilität im Peak-Flow von mehr als 20 Prozent über drei bis 14 Tagen gehört ebenfalls zu den objektiven Verfahren zur Sicherung der Diagnose.

Einen Überblick zu Asthma bronchiale gibt Professor Claus Kroegel vom Uniklinikum Jena im Springer Lexikon Medizin vom Springer-Verlag in Heidelberg.

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