Ärzte Zeitung online, 03.08.2010

Gegen Raucherlunge: Neue Qualifikation zum "Tabakentwöhner"

FRANKFURT AM MAIN (ikr). Der Bundesverband der Pneumologen und das Unternehmen Novartis haben mit "airback" eine Initiative zur Prävention, Therapie und Nachsorge der COPD gestartet.

Ziel ist die Etablierung eines ganzheitlichen COPD-Managements, besonders über eine stärkere interdisziplinäre Vernetzung aller beteiligten Fachgruppen. Die Initiative "airback" richtet sich vor allem an Pneumologen und pneumologische Fachkliniken, aber auch an Hausärzte, Apotheker und pneumologische Assistenten.

Wie Kim Abbenhaus, Leiterin Allergie und Atemwege im Hause Novartis bei der Präsentation der Initiative in Frankfurt am Main berichtet hat, beruht die Initiative auf drei Säulen: Prävention, Therapie und Rehabilitation. Mit dem vor kurzem gestarteten ersten Projekt aus dem Bereich der Prävention bietet "airback" vor allem Schulungen zur Tabakentwöhnung für Pneumologen im Rahmen der "Qualifikation zum Tabakentwöhner". In den Schulungen lernen Fachärzte, wie sie Patienten bei der Tabakentwöhnung verhaltenstherapeutisch und eventuell auch medikamentös begleiten können.

Der Rauchverzicht ist nicht nur die wichtigste Maßnahme zur Primärprävention der COPD, sondern nützt auch noch bei bereits vorhandener Erkrankung. COPD-Patienten, die es schaffen, mit dem Rauchen aufzuhören, gewinnen deutlich an Lungenfunktion zurück - beurteilt zum Beispiel nach dem Einsekundenvolumen (FEV1). Das hat Dr. Thomas Hering, stellvertretender Vorsitzender des Bundesverbands der Pneumologen betont.

Ein noch wichtigeres Argument für die Nikotinentwöhnung: Der weitere Funktionsverlust der Lunge schreitet nicht mehr - wie bei aktiven Rauchern -beschleunigt fort, sondern etwa im gleichen Tempo wie bei Nichtrauchern. Die Progression der COPD lasse sich durch erfolgreiche Raucherentwöhnung quasi stoppen, so der Experte.

Ein erstes "airback"-Projekt für die Therapieverbesserung bei COPD ist nach Angaben von Kim Abbenhaus die Spezialisierung "Pneumologische/r Fachassistent/in" (PFA) für medizinische Fachangestellte mit PA-Abschluss. Ziel hierbei ist es, das Personal in der pneumologischen Facharztpraxis zu fördern und noch effektiver einzubeziehen.

Darüber hinaus soll es künftig Fortbildungen und Informationen für Apotheker geben. Und es werden Maßnahmen aus dem Bereich der Rehabilitation wie Lungensport und ambulante Therapiemaßnahmen gefördert.

Mehr Infos gibt es bei der Geschäftsstelle des Bundesverbands der Pneumologen: Fax: 07321-94 98 19; E-Mail: medinfo@pneumologenverband.de

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