Ärzte Zeitung online, 26.07.2011

Streit um DMP für Vorschulkinder mit Asthma

Disease Management für Vorschulkinder mit Asthma zwischen zwei und fünf Jahren? Der GBA ist dagegen, Kinder- und Jugendärzte reagieren mit Verärgerung.

Streit um DMP für Vorschulkinder mit Asthma

BVKJ-Präsident Hartmann: Frühe Asthma-DMP würde die Lebensqualität der Kinder verbessern können.

© privat

BERLIN (fuh). Ärzte und Patientenvertreter sprechen sich seit langem dafür aus, Vorschulkinder mit Asthma in Disease Management Programme (DMP) aufzunehmen. Der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) hatte dies jüngst abgelehnt.

Begründung des GBA: Es sei schwierig, die Diagnose Asthma bronchiale bei Zwei- bis Vierjährigen sicher zu stellen. Eine Gruppe der mit Asthma diagnostizierten Kinder werde später gesund, dies stelle die ursprüngliche Beurteilung in Frage.

Damit sei, so der GBA in einer Mitteilung, das für die Einschreibung in ein DMP erforderliche Kriterium der gesicherten Diagnose einer chronischen Erkrankung nicht gegeben.

Kinderärzte kritisieren den GBA-Beschluss

Diese Auffassung stößt beim Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) auf harschen Widerspruch.

"Wir fordern das Gesundheitsministerium auf, den Beschluss des GBA zu beanstanden und die im Schulalter bewährten DMP auch für asthmakranke Vorschulkinder möglich zu machen", sagte BVKJ-Verbandschef Dr. Wolfram Hartmann.

"Die Einschreibung von Zwei- bis Fünfjährigen ins DMP Asthma hätte die herrschende Unter- und Fehlbehandlung verringert, die Lebensqualität der betroffenen Kinder und den Verlauf der Krankheit erheblich verbessert. Diese Chance ist nun vertan", kritisierte er.

Auch wenn ein Teil der Kinder später nur noch geringe oder keine Beschwerden mehr hätten, zähle Asthma eindeutig zu den chronischen Erkrankungen. Frühzeitige Intervention könne schwere chronische Verläufe nachweislich deutlich reduzieren.

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