Ärzte Zeitung, 01.05.2012

Asthma-Anfälle in der Schwangerschaft sind gefährlich

BERLIN (gvg). Bei Asthma in der Schwangerschaft ist Kind und werdender Mutter am meisten geholfen, wenn Anfälle effektiv unterdrückt werden. Eine große Studie zeigt, dass dabei von inhalativen Kortikosteroiden keine Gefahr ausgeht.

Asthma-Anfälle in der Schwangerschaft sind gefährlich

Asthma-Anfälle in der Schwangerschaft gefährden Mutter und Kind.

© Günter Menzl / fotolia.com

In der Untersuchung, die Professor Martin Kohlhäufl von der Universität Tübingen beim Praxis Update in Berlin vorstellte, wurden 4083 Neugeborene von Asthma-Patientinnen prospektiv untersucht.

Grundlage bildete das dänische Geburtenregister der Jahre 1996 bis 2002. Die Asthmaprävalenz bei Schwangeren lag in diesem Zeitraum bei 6,2 Prozent.

Die drei am häufigsten eingesetzten inhalativen Kortikosteroide (ICS) waren Budesonid (80 Prozent), Fluticason (18 Prozent) und Beclometason (5 Prozent).

"Die statistische Analyse erbrachte unter Berücksichtigung der Begleitmedikation bei den Neugeborenen kein signifikant erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre, pneumologische, muskuloskelettale oder psychiatrische Erkrankungen", so Kohlhäufl.

Inhalative Steroide kein Risiko

Auch das Risiko für kongenitale Malformationen war nicht erhöht. Nur das Risiko für metabolische und endokrine Störungen war in dieser Studie bei ICS-Therapie der Mutter um etwa 40 Prozent größer. Es gebe aber keine Hinweise auf gravierende Folgen, so der Experte.

Die größte Gefahr für Mutter und Kind seien Asthmaanfälle. "Die müssen unbedingt vermieden werden", so Kohlhäufl.

Inhalative Steroide sollten daher - wenn erforderlich - konsequent eingesetzt werden. Kommt es trotzdem zu einem Asthma-Anfall, muss die Frau wegen der Risiken für den Fötus zwingend in die Klinik eingewiesen werden.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Alltags-Chemikalien schaden dem Sperma

In einer Studie an Spermien haben Forscher schädliche Effekte von Alltagschemikalien festgestellt. Problematisch: Die Einzelstoffe potenzieren ihre Wirkung gegenseitig. mehr »

Das läuft falsch bei der Diabetes-Vorsorge

Viele Versuche, Diabetes und Adipositas vorzubeugen, sind zum Scheitern verurteilt: Gesundheitstage an Schulen und eine Zuckersteuer gehören dazu. Diabetes-Experte Prof. Stephan Martin würde die Ressourcen anders verteilen. mehr »

Vorsicht vor E-Mail-Anhängen und Links!

Die meisten Cyber-Angriffe laufen über das elektronische Postfach - daher ist ein gesundes Misstrauen bei jeder E-Mail wichtig, betont Sven Weizenegger. Der Profi-Hacker gibt im Interview Tipps, worauf zu achten ist. mehr »