Ärzte Zeitung, 05.06.2014
 

Korrekte Anwendung

Kein Langzeitrisiko durch LABA

Lang wirkende Beta-2- Mimetika in Kombination mit Kortikosteroiden scheinen bei Patienten mit Asthma eine sichere Therapie zu sein.

VANCOUVER. Die - nicht leitliniengemäße - Monotherapie mit lang wirkenden Beta-2-Mimetika (LABA) erhöht bei Asthmatikern das Risiko für schwere Komplikationen. In Kombination mit inhalativen Kortikosteroiden (ICS) scheinen LABA jedoch sicher zu sein. Das wird jetzt durch eine kanadische Studie bekräftigt (Thorax 2014;69:328-334).

Auch wenn der Gebrauch von LABA als alleinige Therapie Asthmatikern kurzfristig Erleichterung verschafft - langfristig verursacht er eine Zunahme von asthmabedingten Krankenhauseinweisungen und Todesfällen. Eine Monotherapie ist allerdings in deutschen und internationalen Leitlinien auch gar nicht vorgesehen.

Die Gabe von LABA wird nur als Zusatztherapie empfohlen, wenn ein ICS in niedriger Dosierung zur Asthmakontrolle nicht ausreicht. Aus Sorge, dass LABA auch in der Kombination ungünstige Langzeiteffekte haben könnten, hat die amerikanische Arzneimittelbehörde inzwischen von den Herstellern Studien eingefordert, in denen die Sicherheit von ICS plus LABA mit der von ICS verglichen wird.

Ergebnisse dieser randomisierten kontrollierten Studien sind aber erst in einigen Jahren zu erwarten.

Bis dahin muss man sich auf epidemiologische Daten stützen - denen zufolge es kein Gefahrensignal für ICS plus LABA gibt. Diese Einschätzung wird jetzt auch durch eine aktuelle bevölkerungsbasierte Fall-Kontroll-Studie aus Kanada gestützt.

Als "Fälle" galten alle Einwohner der Provinz British Columbia, die zwischen 1997 und 2012 erstmalig wegen Asthmas stationär aufgenommen worden waren, 3319 an der Zahl. Jedem "Fall" wurden im Schnitt 13 vergleichbare Asthmapatienten ohne Krankenhausaufenthalt als Kontrollen gegenübergestellt (n = 43.023).

Von den stationären Asthmapatienten hatten vor der Aufnahme 5,4 Prozent ICS und LABA erhalten, 10,7 Prozent nur ICS und 1,0 Prozent nur LABA. In der Vergleichsgruppe lagen die Anteile bei 4,4 Prozent, 12,2 Prozent und bei 0,5 Prozent.

Nach Abgleich weiterer Unterschiede war bei regelmäßigen Anwendern von ICS und LABA das Risiko, wegen ihres Asthmas stationär behandelt werden zu müssen, relativ um 14 Prozent und damit nicht signifikant erhöht gegenüber Patienten mit dauerhafter ICS-Monotherapie.

Zugleich hatten die kombiniert behandelten Patienten ein um 55 Prozent geringeres Hospitalisierungsrisiko als jene mit LABA-Dauertherapie; dieser Unterschied war signifikant. (bs)

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