Ärzte Zeitung, 14.10.2014

Kommentar zur Jobangst-Studie

Kurzatmig durch die Krise

Von Robert Bublak

Das Reich der Freiheit beginnt erst da, wo die Arbeit aufhört - das hat Karl Marx im "Kapital" geschrieben. Die Atemwegs-Freiheit kann er damit nicht gemeint haben.

Denn wie eine Studie von Düsseldorfer Sozial- und Arbeitsmedizinern gezeigt hat, genügt bereits die Angst, die Arbeit könnte aufhören und der Arbeitsplatz verloren gehen, um freies Atmen zu behindern und die Asthmainzidenz steigen zu lassen.

Die deutsche Untersuchung bestätigt damit, was eine britische Studie bereits im vergangenen Jahr zutage gefördert hat: Die Furcht vor dem Jobverlust, die seit Beginn der jüngsten Finanz- und Wirtschaftskrise umgeht, ist ungesund. Die ökonomische Krise wird begleitet von einer Zunahme gesundheitlicher Probleme, und besonders heftig setzt sie dem Respirationstrakt zu.

Es ist in den vergangenen Jahren ein großes Gewese um die Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz gemacht worden. Das Bundesgesundheitsministerium etwa hält eine 24-seitige Broschüre des Titels "Unternehmen unternehmen Gesundheit" vor.

Das alles ist ohne Frage löblich. Die Studienergebnisse zeigen freilich klar: Die beste unternehmerische Maßnahme, die Gesundheit der Mitarbeiter zu erhalten, ist es, ihnen ihre Arbeitsplätze zu sichern.

Lesen Sie dazu auch:
Asthma: Jobangst schnürt den Deutschen die Luft ab

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Viele falsche Vorstellungen, was Krebs verursacht

Stress, Handystrahlen und Trinken aus Plastikflaschen lösen Krebs aus, denken viele fälschlicherweise. Die wahren Risikofaktoren kennt nur jeder Zweite, so eine Studie. mehr »

Höherer Zuschlag für Terminvermittlung

Das Bundeskabinett will sich heute mit dem Terminservice- und Versorgungsgesetz beschäftigen. Am Entwurf wurde vorab noch gebastelt – er enthält wichtige Änderungen. mehr »

Die übersehene Speiseröhren-Entzündung

Lange glaubte man, die eosinophile Ösophagitis komme nur selten vor. Inzwischen zeigt sich: Es gibt immer mehr Patienten mit dieser chronischen Entzündung der Speiseröhre. mehr »