Ärzte Zeitung online, 31.03.2017

Obst und Gemüse

COPD-Schutz für Raucher und Ex-Raucher

Für Raucher und Ex-Raucher lohnt es sich besonders, bei Obst und Gemüse reichlich zuzugreifen.

STOCKHOLM. "Fünf am Tag" empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). Der Verzehr von täglich drei Portionen Gemüse und zwei Portionen Obst (ca. 400g Gemüse und Salat plus 250g Obst) soll vor Krebs sowie vor Herz-Kreislauf-Krankheiten schützen. Welche Inhaltsstoffe dafür im Einzelnen verantwortlich sind, ist bislang nicht vollständig geklärt, doch die in Obst und Gemüse unter anderem reichlich enthaltenen Antioxidantien sind offenbar wichtig.

Joanna Kaluza vom Karolinska-Institut in Stockholm und Kollegen wollten wissen, ob der Verzehr von Obst und Gemüse auch Einfluss auf die Entstehung einer COPD hat. Denn die Pathogenese dieser Erkrankung wird mit oxidativem Stress und Entzündungsprozessen in Verbindung gebracht. Um dem Einfluss der bunten Kost auf die COPD nachzugehen, werteten die schwedischen Autoren die Daten einer populationsbasierten, prospektiven Kohorte mit insgesamt 44.335 Männern zwischen 45 und 79 Jahren aus. Die Probanden waren zu Studienbeginn nach ihrem Obst- und Gemüsekonsum befragt worden. Die COPD-Diagnosen wurden dem schwedischen Patientenregister sowie dem Sterberegister entnommen (Thorax 2017, online 22. Februar).

Nach durchschnittlich 13,2 Jahren war bei 1918 der zu Studienbeginn lungengesunden Probanden eine COPD diagnostiziert worden. 34,3 Prozent von ihnen waren aktuell Raucher, 38,5 Prozent Ex-Raucher. Unter den Rauchern, die weniger als zwei Portionen pro Tag (Gruppe Min.) verzehrten, betrug die altersadaptierte COPD-Inzidenzrate pro 100.000 Personenjahre (PJ) 1166, während die Quote bei Ex-Rauchern mit vergleichbarem Konsum bei 506 lag. Bei denjenigen, die sich an die Empfehlungen der DGE (≥ 5,3 Portionen / Tag = Gruppe Max.) gehalten hatten, erreichten die entsprechenden Inzidenzen 546 beziehungsweise 255 / 100.000 PJ.

Das COPD-Risiko von Rauchern und Ex-Rauchern der Gruppe Min. war 13,5- beziehungsweise 6-mal höher als das von Nichtrauchern der Gruppe Max. Hielten sich die Raucher und Ex-Raucher an die DGE-Vorgaben und schafften ebenfalls mindestens fünf Portionen pro Tag, war ihr COPD-Risiko gegenüber den Nichtrauchern nur noch um das 7,5-fache beziehungsweise das 2,6-fache gesteigert.

In der multivariaten Analyse errechneten Kaluza und Kollegen für die Raucher der Gruppe Max. ein um 40 Prozent niedrigeres COPD-Risiko gegenüber der Gruppe Min. Der Vorteil der Ex-Raucher lag bei 34 Prozent. Während der Verzehr von Obst und Gemüse bei den Nichtrauchern keinen Einfluss auf die Entwicklung einer COPD hatte, reduzierte bei den aktiven Rauchern und Ex-Rauchern jeder Apfel, Salat oder Gemüsezuschlag das Risiko um acht beziehungsweise vier Prozent. Als besonders effektiv erwiesen sich Äpfel, Birnen, grünes Blattgemüse und Paprikaschoten. (St)

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