COPD

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Modul: Aktuelle Therapieoptionen bei der COPD – Lassen Sie Ihre Patienten wieder freier atmen!

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Ärzte Zeitung online, 13.12.2017

Physikalische Therapie

Vibration gegen die Mukostase in Atemwegen

Ein Vibrationen auslösendes Atemtherapiegerät kann die pneumologische Reha unterstützen.

NÜRNBERG. Die Behandlung von Patienten mit Atemwegserkrankungen kann neben einer pharmakologischen auch eine physikalische Therapie umfassen. Das betonte Professor Wolfgang Petro, ehemals medizinischer Direktor der Klinik Bad Reichenhall, bei einem Praxisworkshop.

Um festsitzenden, zähen Bronchialschleim zu mobilisieren, etwa bei Patienten mit chronischer Bronchitis, COPD oder Mukoviszidose, wurde ein zulasten der gesetzlichen Krankenkassen verordnungs- und erstattungsfähiges Hilfsmittel konzipiert. Dieses kleine pfeifenähnliche Atemtherapiegerät (GeloMuc®) besteht aus einem Mundstück, Trichter, Kopfteil und einer Stahlkugel und kann zur Atemtherapie bei Kindern sowie bei Erwachsenen eingesetzt werden.

Seine Wirkung basiert auf Oszillation. Dabei wird bei aufrechtem Sitz zunächst durch die Nase ein- und durch das Gerät ausgeatmet. Vor dem Ausatmen verschließt die Kugel den Trichter. Bei der Exspiration entsteht im Gerät und in den Atemwegen ein positiver Druck, der solange steigt, bis die Kugel an der Trichterwand hochgerollt ist. Dieser Überdruck (PEP = positive expiratory pressure = positiver exspiratorischer Druck) verhindert ein Zusammenfallen der Atemwege bis tief in die Verzweigungen.

Durch die entstehenden Schwingungen werden die Bronchien in Vibration versetzt, der Schleim kann sich von den Bronchialwänden lösen und leichter Richtung Mund transportiert werden. Somit gestaltet sich die Mukolyse effektiver als beim Husten, bei dem instabile Atemwege durch den erhöhten Druck oft "zugedrückt" werden, so dass der Schleim nicht abgehustet werden kann und in den kollabierten Atemwegen hängenbleibt.

Das rein physikalisch wirkende "Atemtherapiegerät ist ein alltagstaugliches Therapietool für alle pneumologischen Krankheitsbilder, die zu einer Mukostase führen", so das Fazit von Petro bei der vom Unternehmen Pohl Boskamp unterstützten Veranstaltung. (yz)

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[04.01.2018, 14:17:18]
Peter Peschel 
Weitere Therapien und die Produkte zur Atemtherapie zwecks Sekretolyse...
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auf Basis der o.a. Geräte wäre noch der Shaker zu erwähnen sowie des Weiteren die Lage unabhängigen Produkte mit oszillierenden PEEP wie z.B. das RC-Cornet, Acapella Choice oder das in- u. exspiratorisch wirkende Atemtherapiegerät Quake.
In besonderen Fällen wie Bronchiektasien, Mukoviszidose oder aber auch neuromuskulären Erkrankungen wie z. B. ALS können auch die Vibrations-Westen (HFCWO) z. B. VibraVest zum Einsatz kommen. Diese Therapien können mit Inhalationen und Verneblern gut und effektiv kombiniert werden wie auch bei zu schwachen Abhusten mit einem Hustenassistenten wie z. B. CoughAssist-E70 oder Pulsar Cough 700 zusätzlich ergänzt werden.
Bei schwachen Einatmungen oder z. B. Schonatmungen postoperativ kann ein IPPB Gerät als Atemtherapie mit der Option zum Atemmuskeltraining angewandt oder auch kombiniert werden. Gleichzeitig kann eine bessere Deposition von Medikamenten mit der neuen Inhalationsform über PSI (Presure Support Inhalation) erzielt werden. Diese Therapie dient auch der Atelektasen Prophylaxe wo bei auch die Oxygenierung des Patienten verbessert werden kann.
Alle Geräte sind verordnungsfähig und können z. B. über die OxyCare GmbH, Bremen https://www.oxycare-gmbh.de/sauerstofftherapie/atemtherapie.html über den Bundesweit agierenden Abwicklungsservice direkt vor Ort bezogen und abgewickelt werden.

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[13.12.2017, 10:33:20]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Zur Vervollständigung
Neben dem pfeifenähnlichen Atemtherapiegerät GeloMuc® mit Mundstück, Trichter, Kopfteil und einer Stahlkugel kann zur Atemtherapie bei Kindern sowie bei Erwachsenen auch der vergleichbare VRP 1® Flutter als pneumologisches Physiotherapiegerät zur effizienten Langzeittherapie mit der Hilfsmittelnummer 14.24.08.0002 zur Befreiung von festsitzendem Bronchialschleim, zur Stärkung der Atemwege und Verringerung von Dyspnoe eingesetzt werden (Bezug über INQUA GmbH www.inqua.de).

Der VRP 1® Flutter ist ebenso wie das Atemtherapiegerät GeloMuc® leitlinien- und indikationsgemäß verordnungsfähig.

Eine weitere Variante ist das RC-Cornet® mit der Hilfsmittelnummer
14.24.08.0004. Lageunabhängig auch bei Bettlägerigkeit einsetzbar bei:
- chronisch obstruktiver Bronchitis (COPD)
- Bronchiektasie
- Mukoviszidose
- Lungenemphysem
- Raucherhusten
Beim Ausatmen durch das RC-Cornet® (Basiscornet) entstehen auf physikalische Weise Vibrationen und Druckschwankungen, die die Bronchien erweitern, das Sekret lösen und verflüssigen bzw. die Ausatemmuskulatur stärken. RC-Cornet® lindert Reizhusten, trainiert die Lungenfunktion, reduziert den Medikamentenverbrauch. Es kann unabhängig von der Lage des Körpers angewendet werden und setzt während der gesamten Ausatmung Druck- und Fluss- Schwankungen um. Das RC-Cornet® ist verordnungsfähig.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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