Ärzte Zeitung online, 15.12.2017

Steroide zur Inhalatation

Risiko Kortisonangst

Kommentar von Beate Schumacher

Die Behandlung mit inhalativen Kortikosteroiden (ICS) ist bei Eltern von asthmakranken Kindern häufig mit Ängsten besetzt. Das lässt sich auch aus dem Informationsblatt "Asthmatherapie bei Kindern" herauslesen, das die Deutsche Atemwegsliga gerade fertiggestellt hat. Dort wird explizit darauf hingewiesen, dass "Nebenwirkungen des Kortisons bei dieser Art der Anwendung nur bei Verabreichung hoher Dosen auftreten".

Eine Sorge ist, dass eine ICS-Therapie die Knochenbildung stören und Frakturen fördern könnte. Diese Angst wird jetzt durch eine große Fall-Kontroll-Studie aus Kanada entkräftet: Kinder mit Asthma hatten mit ICS nicht mehr Knochenbrüche als ohne. Eine erhöhte Frakturrate fand sich nur bei einer Behandlung mit oralen Kortikosteroiden.

Für die Eltern von asthmakranken Kindern kann das eine wichtige Nachricht sein. Denn die Angst vor Nebenwirkungen verschlechtert die Therapieadhärenz. Eine unzureichende antientzündliche Basistherapie kann indes zum echten Risiko werden. Den Patienten drohen Asthmaanfälle und Aktivitätseinschränkungen und im schlimmsten Fall müssen sogar die mit erheblichen Nebenwirkungen belasteten oralen Kortikosteroide zum Einsatz kommen. Mehr als die ICS-Therapie kann daher die Angst vor ihr zum Risiko werden.

Lesen Sie dazu auch:
Inhalatives Steroid bei Kindern: Keine falsche Zurückhaltung!

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Die häufigsten Fehler bei der Opioid-Therapie

Nehmen Patienten Opioide ein, müssen sie einiges beachten. Manches Missverständnis und mancher Einnahmefehler können Ärzte mit zwei Sätzen der Erklärung ausräumen. mehr »

Spahn bleibt bei Sprechstundenzeiten hart

Das Termineservicegesetz wird nachgebessert werden, aber nicht bei den Sprechstundenzeiten. Das stellt Jens Spahn beim Neujahrsempfang des Hausärzteverbands klar. mehr »

Wenn die Klinik-IT gehackt wird

Bei Hackerattacken auf Kliniken und Praxen sind Patienten, Ärzte und Hersteller betroffen. Welche Risiken bestehen und welche Gegenmaßnahmen wirksam sind, erörtern Medizinrechtler. mehr »