Ärzte Zeitung, 08.01.2004

KOMMENTAR

Sars-Infektionswege weiter ungeklärt

Von Wolfgang Geissel

Daß die Coronaviren, die das Schwere akute Atemwegsyndrom (Sars) verursachen, nach dem Ende des Ausbruchs im vergangenen Sommer wieder aus der Welt verschwinden würden, hatte niemand wirklich geglaubt. Und so kam die Sars-Infektion bei einem Fernseh-Mitarbeiter in Südchina in der vergangenen Woche nicht überraschend.

Die Behörden in China waren vorbereitet und haben angemessen reagiert. Nach WHO-Angaben handelt es sich zudem nur um einen einzelnen Infizierten, und keine der registrierten Kontaktpersonen hat sich angesteckt. Die WHO mahnt jedoch weitere Anstrengungen an, den Ursprung der Infektionen zu erforschen.

Wenn jetzt auch 10 000 Schleichkatzen vorsorglich getötet werden, so ist die Übertragung der Coronaviren durch diese Tiere keinesfalls belegt. Da viele exotische Tiere in China unter mangelhaften hygienischen Bedingungen gehalten und gegessen werden, gibt es viele denkbare Infektionswege.

Für Reisende nach China ergeben sich keine Beschränkungen durch die aktuelle Sars-Infektion. Anzuraten ist aber eine Influenza-Impfung. Wer nämlich jetzt in Asien Grippe bekommt, könnte wegen Sars-Verdacht in Quarantäne kommen.

Lesen Sie dazu auch:
WHO sieht keine Gefahr durch Sars in China

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Hoffnung für Leukämiepatienten

In den USA steht die erste Gentherapie zur Behandlung von Krebskranken vor der Zulassung. Auch in Deutschland dürfte es nicht mehr allzu lange dauern, bis es so weit ist. mehr »

Kaugummi erkennt Infektionen im Mund

Ein neuer Kaugummi-Schnelltest soll künftig dabei helfen, bakterielle Entzündungen früh im Mund zu erkennen. Die Idee ist so einfach wie hilfreich: Durch Kauen erkennt der Patient selbst, ob es ein Problem gibt. mehr »

Zwangsbehandlung nur als letztes Mittel

Das Bundesverfassungsgericht setzt enge Vorgaben für die Behandlung von nicht einsichtsfähigen Patienten gegen ihren Willen. Die Richter fordern ein Gesetz, das die Voraussetzungen für eine Zwangsbehandlung klar benennt. mehr »