Ärzte Zeitung, 17.03.2004
 

Hilfe bei schwerer pulmonaler Hypertonie

Iloprost plus Sildenafil in klinischer Studie getestet / Körperliche Belastbarkeit erhöht

FRANKFURT AM MAIN (hsr). Bei schwerkranken Patienten mit pulmonaler arterieller Hypertonie (PAH) verringert sich die klinische Symptomatik durch Sildenafil plus inhaliertes Iloprost. Die Kombination von Prostanoid und Phosphodiesterase (PDE)-5-Hemmer sieht Professor Marius M. Höper für die Zukunft als vielversprechend an.

Zwar liegen nach Aussage des Pneumologen von der Medizinischen Hochschule Hannover zu dieser Kombinationstherapie bisher weder kontrollierte, vergleichende Untersuchungen noch Langzeitdaten vor. Aber Beobachtungen in einer offenen Studie zu Sicherheit und Wirksamkeit bei PAH-Patienten, für die ansonsten nur Alternativen wie Septostomie, Transplantation oder intravenöse Prostazyklintherapie blieben, seien sehr ermutigend, sagte Höper beim 45. Kongreß der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie in Frankfurt am Main.

Wie Höper bei einem Symposium des Unternehmens Schering, das Iloprost als Aerosol (Ventavis®) und als Infusionslösung (Ilomedin®) anbietet, berichtet hat, ist der PDE-5-Hemmer Sildenafil bei Lungenhochdruck aufgrund seines Wirkmechanismus "wahrscheinlich gut geeignet". Denn das Enzym PDE 5, das auch in der Lunge vorkomme, baue dort körpereigene Substanzen ab, die die Gefäße erweiterten. Der PDE-5-Hemmer stoppe diesen Prozeß, vergrößere die Gefäßlumina und verringere so die Atemnot der PAH-Kranken.

Der Pneumologe stellte als Beispiel für den Nutzen einer solchen Behandlungsoption die Ergebnisse einer Phase-III-Studie der Gießener Arbeitsgruppe um Dr. Ardeschir Ghofrani vor. Ghofrani ist dafür in Frankfurt mit dem René-Baumgart-Forschungspreis ausgezeichnet worden (wir berichteten). 14 PAH-Patienten waren in der Studie zunächst allein mit inhalativem Iloprost erfolgreich behandelt worden. Ihr Zustand verschlechterte sich aber erneut im Verlauf von eineinhalb Jahren. Die zusätzliche Gabe von Sildenafil (Viagra®) besserte schließlich funktionelle Werte wie körperliche Belastbarkeit und hämodynamische Parameter wie maximale Sauerstoffaufnahme über Monate signifikant.

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