Ärzte Zeitung, 27.10.2004

Moxifloxacin stoppt Bakterien bei chronischer Bronchitis

Vergleichstudie MOSAIC / Mit fünftägiger Therapie mit dem Fluorchinolon größere Heilungs- und Eradikationsraten als mit Standardantibiotika

MÜNCHEN (hae). Herbstzeit ist Erkältungszeit, und virale Infektionen der tiefen Atemwege kommen häufig vor. Bei grüngelbem Auswurf sollte man aufmerksam werden: Er ist das Signal einer bakteriellen Superinfektion einer akuten Bronchitis oder der bakteriell bedingten akuten Exazerbation einer chronischen Bronchitis (AECB).

Dieser Befund sollte gerade bei älteren Menschen und bei Begleiterkrankungen sowie bei Patienten mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung Anlaß für eine antibiotische Therapie sein, erinnerte Professor Gerd Höffken aus Dresden. Weil die Bronchialschleimhaut bei AECB chronisch geschädigt ist, ist die Neigung zu bakteriellen Exazerbationen erhöht.

Die lassen sich durch Antibiotika zumindest bremsen, so Höffken bei einer Veranstaltung des Unternehmens Sankyo Pharma in München. Zugleich könnten dadurch nach pharmakoökonomischen Analysen die direkten Gesamtkosten pro Patient gesenkt werden.

In der randomisierten Vergleichsstudie MOSAIC verbesserte - wie berichtet - das moderne Fluorchinolon Moxifloxacin (vom Unternehmen als Actimax® angeboten) die klinische Heilungsraten, die bakteriologische Eradikationsrate und verlängerte die Dauer des schubfreien Intervalls im Vergleich zu einer Standardtherapie deutlich, wie der Dresdner Pneumologe erinnerte.

Nach fünftägiger Behandlung einer akuten Exazerbation mit täglich einmal 400 mg Moxifloxacin traten Rezidive im Mittel erst nach 133 Tagen auf. Das war ein Monat später als unter Standardantibiotika (Rezidive nach 104 Tagen). Die Vergleichsgruppe hatte über sieben Tage entweder dreimal täglich 500 mg Amoxicillin, zweimal täglich 500 mg Clarithromycin oder zweimal täglich 250 mg Cefuroxim erhalten.

Der Vorteil des modernen Fluorchinolons bei AECB aller Schweregrade bei Erwachsenen beruht auf seiner hohen Aktivität gegen grampositive, gramnegative und atypische Erreger, ergänzte Dr. Friedrich Bodmann vom Städtischen Krankenhaus Hildesheim. Pneumokokken, Hämophilus influenzae und gramnegative Enterobakterien als wichtigste Keime werden durch Moxifloxacin sicher erfaßt. Dies gewährleiste etwa eine schnelle Symptombefreiung.

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