Ärzte Zeitung, 25.02.2008

Bluttest für Patienten mit Lungenemphysem

MELBOURNE (eb). Australische Wissenschaftler haben erfolgreich einen Bluttest erprobt, der Patienten mit Lungenemphysem hilft, schwere Krankheitsschübe frühzeitig zu erkennen und dadurch Klinikaufenthalte zu vermeiden.

In einer zweijährigen Studie suchten die Forscher aus Melbourne nach Auslösern für akute Schübe bei Lungenkrankheiten wie Emphysemen und schwerer Bronchitis. Dabei haben sie herausgefunden: Durch einen Bluttest zum Nachweis des Proteins SAA (Serum Amyloid A) lassen sich etwa 70 Prozent der Klinikaufenthalte, die wegen schwerer Schübe nötig sind, vermeiden. Das teilt der Australisch-Neuseeländische Hochschulverbund aus Berlin mit.

Dass SAA als Biomarker für die Verschlechterung des Gesundheitszustandes von Emphysempatienten tauglich ist, wurde bereits vermutet. In der Studie wurde der SAA-Gehalt im Blut der Patienten vor, während und nach Krankheitsschüben und Hustenanfällen gemessen.

Die Untersuchung der Blutproben hat ergeben, dass der SAA-Gehalt im Blut während eines Schubes erhöht war und mit Abklingen des Schubes wieder fiel. Der Bluttest kann also Ärzten und Patienten helfen, die teilweise lebensbedrohlichen Schübe frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Ein Großteil der Patienten kann so zu Hause oder unter Aufsicht eines Hausarztes bleiben. Krankenhausaufenthalte sind deutlich seltener erforderlich.

Die Forscher hoffen, dass ihre Ergebnisse zu einem leicht von Patienten anwendbaren Bluttest führen.

Weitere Infos: Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund, Tel.: 030/ 2 09 62 95 93, E-Mail: berlin@ranke-heinemann.de,

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