Ärzte Zeitung online, 07.01.2009

Forscher messen geringsten Sauerstoffgehalt im Blut eines Menschen

LONDON (dpa). Forscher haben bei Bergsteigern kurz vor dem Gipfel des Mount Everests den bislang niedrigsten Sauerstoffgehalt im Blut eines Menschen gemessen. Im Durchschnitt wurden 3,28 Kilopascal bei den Alpinisten gemessen, der geringste ermittelte Wert lag bei 2,55 Kilopascal. Normal sind 12 bis 14 Kilopascal.

Wer einen Wert von weniger als 8 Kilopascal aufweist, gilt üblicherweise bereits als ernsthaft krank.

Vier Bergsteigern wurde auf einer Höhe von 8400 Metern Blut aus einer Beinarterie abgenommen. Das Team um Expeditionsleiter Dr. Mike Grocott vom University College London hatte bei der Expedition zum höchsten Berg der Erde (8848 Meter) Sauerstoffmasken benutzt und diese 20 Minuten vor der Messung abgelegt (NEJM 360, 2008, 140).

"Indem wir gesunde Menschen in großer Höhe untersuchen, in der Sauerstoff knapp ist, erfahren wir etwas über physiologische Veränderungen im Körper. Damit können wir die Intensivtherapie verbessern, denn dort sind niedrige Sauerstoffspiegel fast immer ein Problem", sagte Grocott. "Es sind allerdings noch Untersuchungen nötig, bis es zu Anwendungen in der klinischen Praxis kommen kann. Wir hoffen, dass weitere Forschung eventuell zu einer besseren Behandlung von akuten Atemnotsyndromen, Mukoviszidose, Emphysemen, septischen Schocks und ähnlichen schweren Erkrankungen führen kann."

www.xtreme-everest.co.uk

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