Ärzte Zeitung online, 25.02.2010

Fünf neue Lungenfunktions-Gene entdeckt

GREIFSWALD (eb). Im Rahmen einer internationalen Studie konnten fünf verbreitete Gen-Varianten identifiziert werden, die die Lungenfunktion beeinflussen. Die Forscher gehen davon aus, dass die Ergebnisse zu einem tieferen Verständnis der Ursachen von Lungenerkrankungen führen.

Für die Studie haben die im "SpiroMeta"-Konsortium zusammengeschlossenen Wissenschaftler genetische Variationen an 2,5 Millionen Positionen des menschlichen Genoms bei über 20 000 Probanden europäischer Herkunft mit deren individuellen Lungenfunktions-Messwerten verglichen. In fünf verschiedenen, exakt umschriebenen Bereichen des menschlichen Genoms waren genetische Varianten mit Änderungen der Lungenfunktion verbunden. Die Wissenschaftler konnten ihre Ergebnisse untermauern, indem sie die gefundenen Zusammenhänge zwischen Lungenfunktion und genetischen Varianten an über 33 000 zusätzlichen Probanden erfolgreich überprüften.

Etwa jeder zehnte Erwachsene im Alter von über 40 Jahren leidet unter einer COPD (Chronic Obstructive Pulmonary Disease). Es ist bereits seit Längerem bekannt, dass die individuelle Ausprägung der Lungenfunktion vor allem erblich bedingt ist. Diese Beobachtungen lassen vermuten, dass auch die Veranlagung für eine eingeschränkte Lungenfunktion auf genetischen Variationen beruht.

Wissenschaftler der Universität Greifswald haben bei diesem Projekt mit Wissenschaftlern aus Europa und Australien zusammengearbeitet.

Zum Abstract der Originalstudie: "Genome-wide association study identifies five loci associated with lung function"

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