Ärzte Zeitung online, 29.12.2010

Klappt es, bei COPD Architektur und Funktion der Lunge zu reparieren?

MÜNCHEN (eb). Der Verlust von Lungengewebe, wie er etwa bei COPD vonstatten geht, ist möglicherweise reparabel, haben Forscher des Helmholtz Zentrums München am Mausmodell beobachtet.

Klappt es, bei COPD Architektur und Funktion der Lunge zu reparieren?

Immunhistochemische Schnitt durch die Mäuselunge vor (links) und nach (rechts) Aktivierung des WNT-Signalweges. Gut zu sehen: die verbesserte Lungenstruktur (im Kasten).

© Königshoff

COPD ist die vierthäufigste Todesurache weltweit - bisher ohne Chance auf Heilung. Das könnte sich nach neuen Erkenntnissen des Teams um Dr. Dr. Melanie Königshoff am Comprehensive Pneumology Center des Helmholtz Zentrums München jetzt ändern. Der Schlüssel dafür liegt in der Fähigkeit des Lungengewebes, sich selbst zu reparieren, teilt das Helmholtz Zentrum mit.

Die Forscher fanden heraus, dass bei COPD der sogenannte WNT-Signalweg gehemmt ist. Als WNT-Signalweg wird der Signaltransduktionsweg bezeichnet, mit dessen Hilfe Zellen auf äußere Signale reagieren können. Den Forschern sei es gelungen, bei Mäusen genau diesen WNT-Signalweg künstlich zu aktivieren, heißt es in der Mitteilung. Dadurch wurde die Entwicklung der Emphyseme, also die irreversible Überblähung der Lungenbläschen bei fortschreitender COPD signifikant gehemmt.

"Unser Ziel ist es jetzt, den WNT-Mechanismus noch detaillierter zu verstehen, um konkrete therapeutische Ansätze entwickeln zu können", so Königshoff. Wenn es auch beim Menschen gelänge, den WNT-Signalweg zu aktivieren, könnten Lungenarchitektur und damit Lungenfunktion wieder besser werden. Das könnte den Weg zu einem Therapieansatz bei COPD weisen.

Die Studienergebnisse wurden im American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine veröffentlicht.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Jede achte Frau braucht nach der Geburt Antidepressiva

Etwa elf Prozent aller Frauen leiden im ersten Jahr nach der Geburt an Depressionen. Unter jungen Frauen im Alter von 15 bis 19 Jahren ist der Anteil fast doppelt so hoch. mehr »

Die Malaria-Gefahr wächst

Weltweit steigen Erkrankungszahlen an Malaria seit zwei Jahren wieder. Es trifft nicht nur Kinder in Entwicklungsländern, sondern auch Reisende aus Deutschland. mehr »

„Mütter sind die zentralen Ansprechpartner“

In dieser Woche werben Urologen für die HPV-Impfung. Vor allem bei Jungen besteht Nachholbedarf. Wie sie für eine Impfung gewonnen werden sollen, erklärt der Vorsitzende des Berufsverbandes Dr. Axel Schroeder. mehr »