Kongress, 03.05.2011

Modelle zu Transition fehlen

Der Notwendigkeit, chronisch kranke Kinder in die Erwachsenenmedizin zu überführen, ist man sich bewusst. Funktionierende Modelle sind aber Mangelware.

Von Thomas Meißner

Modelle zu Transition fehlen

Für Patienten klappt der Übergang vom Pädiater zum Internisten noch zu selten reibungslos.

© Klaro

WIESBADEN. "Die Mukoviszidose ist erwachsen geworden", sagte die Pneumologin Dr. Christina Smaczny aus Frankfurt am Main und verwies darauf, dass die mediane Lebenserwartung dieser Patienten inzwischen bei 40 Jahren liege.

Die Hälfte der heute in Deutschland lebenden Mukoviszidose-Patienten ist 18 Jahre alt oder älter. Hinzu kommen immer mehr Typ-1-Diabetiker oder Kinder, die maligne Erkrankungen überlebt haben, jedoch therapiebedingt dauerhaft mit einem erhöhten Malignomrisiko leben müssen.

Die systematische Übergabe solcher Patienten vom Pädiater an den Internisten findet in der Regel nicht statt. Folge sind zum Beispiel in der Adoleszenz deutlich verschlechterte Blutzuckereinstellungen bei Typ-1-Diabetikern.

Und obwohl diabeteskranke Kinder, im Unterschied etwa zur Mukoviszidose, praktisch immer bis ins Erwachsenenalter überleben, gehen sie im Allgemeinen pädiatrischen Betreuern irgendwann "verloren" und müssen irgendwie lernen, sich in die weniger behütende Erwachsenenmedizin einzufügen.

Gutes Beispiel im Christiane-Herzog-CF-Zentrum

"Wir haben viele Jahre lang versucht, Übergangssprechstunden zu etablieren", sagte Professor Anette-Gabriele Ziegler aus Jena. Im vom Bundesforschungsministerium geförderten Kompetenznetz Diabetes gab es bereits ein entsprechendes Modell in Leipzig. Doch ohne Finanzierung einer solchen Sprechstunde aus Drittmitteln weiß niemand, wie dies nun weitergeführt werden könnte.

Wie eine gute Transitionssprechstunde aussehen könnte, schilderte Smaczny am Beispiel des kürzlich in Frankfurt gegründeten Christiane-Herzog-CF-Zentrums. Dort arbeiten seit November 2011 Pädiater und Internisten Tür an Tür zusammen. Diagnostik, Ernährungsberatung, psychologische Betreuung, Physiotherapie und sozialrechtliche Beratung finden unter einem Dach statt.

Sehr wichtig sei auch ein gutes persönliches Verhältnis der kooperierenden Ärzte untereinander, so Smaczny. Ob jedoch die Finanzierung der Einrichtung dauerhaft gesichert sein wird, weiß auch sie nicht.

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