Ärzte Zeitung, 14.03.2012
 

Ärzte öffnen Bronchien eines Fötus im Mutterleib

BARCELONA (dpa). Mit einer beispiellosen Operation haben Ärzte in Barcelona einem Mädchen vor der Geburt das Leben gerettet.

Sie hatten per Ultraschall einen Verschluss von Bronchien und eine gefährliche Anschwellung der Lunge festgestellt. Daraufhin nahmen sie einen Eingriff im Mutterleib vor. Dabei führten sie eine Sonde durch den Mund des Fötus ein und öffneten die Bronchien.

"Ohne die Operation wäre das Mädchen tot zur Welt gekommen", berichtete der Neonatologe Dr. Julio Moreno. Das Kind wurde drei Monate nach dem Eingriff geboren, ist heute 16 Monate alt und führt ein normales Leben. Die Kleine heißt Alaitz, was auf Baskisch "Freude" bedeutet.

Die Operation vor gut anderthalb Jahren war nach Angaben der Ärzte weltweit die erste dieser Art gewesen. Sie habe nur eine halbe Stunde gedauert, sei aber sehr kompliziert gewesen, sagte Moreno. Ein Fötus von 800 Gramm habe ein äußerst feines Gewebe.

Zudem sei der Eingriff nur wenige Millimeter vom Herzen entfernt vorgenommen worden. "Die Operation war der einzige Ausweg gewesen", erinnerte sich die 33-jährige Mutter Mónica Colomina. "Wir mussten entweder das Risiko eingehen oder einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen."

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Es kommt Schwung in die Entwicklung neuer Psychopharmaka

Bald könnte es einen Schub für die Entwicklung neuer Psychopharmaka geben. Denn Forscher finden immer mehr über die Entstehung psychischer Erkrankungen heraus. mehr »

Spielt Krebs eine Rolle beim plötzlichen Kindstod?

Ein plötzlicher Kindstod bei einer unbekannten neoplastischen Erkrankung ist selten, aber kommt vor. Das ist das Ergebnis einer britischen Studie. mehr »

Patienten sollen Verdacht auf Nebenwirkung melden

Alle europäischen Arzneimittelbehörden fordern in einer gemeinsamen Kampagne Patienten auf, ihnen verstärkt Verdachtsfälle von Nebenwirkungen zu melden. mehr »