Ärzte Zeitung online, 14.03.2013

Von Kindesbeinen

Lungenschwach bleibt lungenschwach

Aus Kindern werden lungenschwache Leute. Eine neue Studie zeigt, dass offenbar schon im Säuglingsalter die Lungenfunktion manifestiert wird.

Lungenschwach bleibt lungenschwach

Spirometrische Kontrolle der Lungenfunktion.

© ECARF

CORK. Die Lungenfunktion von Säuglingen gibt Hinweise darauf, ob die Betreffenden als 18-Jährige persistente Bronchospasmen aufweisen, wie ein Team von irischen, schottischen und australischen Forschern gezeigt hat.

Die Wissenschaftler um David Mullane vom University College Cork hatten ursprünglich 243 Probanden im Alter von einem Monat einer Lungenfunktionsprüfung unterzogen.

Hernach wurden die Teilnehmer bis zu ihrem 18. Lebensjahr nachbeobachtet, wobei im Alter von sechs, zwölf und 18 Jahren erneut die Funktion der Lunge untersucht wurde (JAMA Pediatr 2013; online 18. Februar).

Als besonders aussagekräftig erwiesen sich dabei die Befunde in der Gruppe der 18-Jährigen mit persistierendem Wheezing - trockenen, pfeifend-giemenden Rasselgeräuschen, die auf gut Medizinisch als Rhonchi sibilantes bekannt sind.

Diese Probanden hatten definitionsgemäß nicht nur mit 18, sondern auch schon bei einer der früheren Nachuntersuchungen Bronchospasmen aufgewiesen. Assoziiert war persistierendes Wheezing mit Asthma der Mutter und einer Atopie, die bereits in der Kindheit begonnen hatte.

Früh auf den Rauchverzicht achten

Es zeigte sich aber auch, dass die Lungenfunktion der Betroffenen bereits im ersten Lebensmonat eingeschränkt gewesen war: Im nach Alter, Geschlecht, Körpergröße und -gewicht standardisierten Vergleich hatten sie nur rund 60 Prozent des zu erwartenden V'max(FRC) aufgewiesen, also des maximalen Atemflusses am Ende der normalen Ausatmung.

Als die Forscher nur das Symptom "Wheezing mit 18 Jahren", also unabhängig von dessen Persistenz oder Nichtpersistenz untersuchten, zeigte sich zwar auch eine Assoziation mit reduziertem V'max(FRC) im frühen Leben - aber nur, wenn die Betroffenen rauchten.

Mullane und Kollegen werten dies als Hinweis darauf, dass frühkindliche Lungenschwäche und spätere Exposition gegen Schadstoffe wie Tabakrauch bei der Verursachung von obstruktiven respiratorischen Erkrankungen zusammenwirken.

"Gezielte Interventionen dagegen, dass Jugendliche mit asthmatischen Beschwerden zu rauchen beginnen, könnten daher persistierende obstruktive Atemwegsleiden verhindern", vermuten die Wissenschaftler. (rb)

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