Ärzte Zeitung online, 09.09.2017

"Wie in einer Raucherkneipe"

Kinderärzte fordern Rauchverbot im Auto

Vorne im Auto qualmen, wenn hinten Kinder sitzen - das geht Experten zufolge gar nicht. Pädiater fordern deshalb jetzt ein gesetzliches Rauchverbot in Fahrzeugen, wenn Kinder mitfahren.

Experten fordern Rauchverbot im Auto

Rauchen im Auto – mit Kindern auf dem Rücksitz mehr als rücksichtslos, betonen Kinderärzte.

© aerogondo /stock.adobe.com

BERLIN. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) und das Deutsche Kinderhilfswerk (DKHW) fordern gemeinsam, dass die Straßenverkehrsordnung geändert wird, Verstöße mit einem Bußgeld geahndet werden, damit Kinder vor Zigarettenqualm im Auto geschützt werden.

"Viele europäische Länder schützen Kinder und Jugendliche in Fahrzeugen bereits durch ein gesetzliches Rauchverbot, beispielsweise in Frankreich, Finnland, Großbritannien und Italien", sagt Anne Lütkes, Vizepräsidentin des DKHW. "Diesen Beispielen sollten wir unseren Kindern zuliebe umgehend folgen."

"Tabakrauchbelastete Kleinkinder haben gegenüber unbelasteten Kindern ein um 50 bis 100 Prozent erhöhtes Risiko, an Infektionen der unteren Atemwege, an Asthma, Bronchitis oder Lungenentzündung zu erkranken", erläutert Thomas Fischbach, Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte, einige der gesundheitlichen Folgen für die jungen Mitfahrer.

Auch das Deutsche Krebsforschungszentrum weist regelmäßig auf die große Belastung mitfahrender Kinder durch schädliche Stoffe im Tabakrauch hin. Selbst bei geöffnetem Fenster sei die Belastung teils höher als in einer durchschnittlichen Raucherkneipe, hatten Messungen der Krebsforscher gezeigt. (dpa)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Stromstimulation hilft Gedächtnis auf die Sprünge

US-Forscher haben mit einer speziellen Wechselstromstimulation das Arbeitsgedächtnis von über 60-Jährigen auf das Niveau von 20-Jährigen gehoben – zumindest für kurze Zeit. mehr »

Aufklärung alleine verpufft

Nicht nur zu Ostern locken Schokolade und Co.: Laut DONALD-Studie liegt der Zuckerverzehr gerade bei Kindern und Jugendlichen noch immer über der WHO-Empfehlung. Forscher sehen hier die Politik in der Pflicht. mehr »

Länger geguckt, eher gekauft

Menschen treffen irrationale Kaufentscheidungen, so eine Studie: Allein eine lange Betrachtungsdauer lässt Personen eher zugreifen – selbst, wenn das Produkt schlecht ist. mehr »