Ärzte Zeitung online, 16.11.2017

Protonenpumpeninhibitoren

Pluspunkte für PPI bei Reflux mit Rhinosinusitis

Durch die einmal tägliche Behandlung mit PPI über acht Wochen lassen sich die Symptome des laryngopharyngealen Refluxes und einer chronischen Rhinosinusitis signifikant verbessern.

ZAGREB. Seit etwa 15 Jahren gibt es Hinweise, dass der laryngopharyngeale Reflux Entzündungsprozesse in den oberen und unteren Atemwegen begünstigt. Kroatische Kinderärzte haben nun die Hypothese aufgestellt, dass die bei gastroösophagealem Reflux empfohlene Standardbehandlung mit einem Protonenpumpenhemmer (PPI) bei Patienten mit laryngopharyngealem Reflux auch gleichzeitig die Symptome einer chronischen Rhinosinusitis lindert (Clin Otolaryngol 2017; online 23. Oktober).

Um dies zu prüfen, haben sie 60 Patienten im Alter von mindestens 18 Jahren, die sowohl an einem laryngopharyngealem Reflux als auch an einer chronischen Rhinosinusitis litten, in ihre doppelblinde placebokontrollierte Studie aufgenommen. Ausgeschlossen wurden unter anderem Patienten mit allergischer Rhinitis, Asthma oder Mukoviszidose. Der laryngopharyngeale Reflux wurde unter anderem mithilfe einer 24-Stunden-pH-Messung bestätigt, die Rhinosinusitis etwa auf Basis der Ergebnisse einer nasalen Endoskopie. Die Studienteilnehmer wurden acht Wochen lang mit täglich 20 mg Omeprazol (n = 33) oder mit einem Scheinpräparat (n = 27) behandelt. Primärer Endpunkt der Studie war die Reduktion objektiver und subjektiver Refluxzeichen nach achtwöchiger Behandlung, sekundärer Endpunkt die Linderung der Rhinosinusitis-Symptome.

Die subjektiven Refluxbeschwerden wurden mit dem Reflux-Symptom-Indexes bestimmt, die objektiven mit der RFS-Skala (Reflux Finding Score). Die Beschwerden der Rhinosinusitis wurden mittels Befragung beurteilt, in der unter anderem danach gefragt wurde, ob die Patienten eine Nasenobstruktion, Kopfschmerzen, Husten oder eine Einschränkung des Riechvermögens haben. Wie die Ärzte berichten, wurden die Refluxsymptome (RSI und RFS) nach acht Wochen signifikant stärker in der Verumgruppe gelindert als in der Placebogruppe (p < 0,001). Dies gelte auch für die Rhinosinusitis-Symptome und die endoskopischen Untersuchungsergebnisse.

Allerdings waren die Patienten am Studienende weder von Reflux- noch von Rhinosinusitis-Symptomen komplett befreit. So hätten mehr als 75 Prozent der Studienteilnehmer nach acht Wochen noch eine aktive Refluxerkrankung.(ple)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Beginnt die MS im Dünndarm?

Im Dünndarm werden wohl "Schläfer-T-Zellen" aktiviert, die eine MS triggern. Jetzt sind Forscher auf der Suche nach dem Auslöser – und haben Keime im Verdacht. mehr »

Wie die Neurologie von der Flüchtlingskrise profitiert

Migranten sind für Europa eine Herausforderung, doch sie bringen auch neue Erkenntnisse: Mediziner können durch Zuwanderer erforschen, wie Gene und Umwelt mit neurologischen Krankheiten zusammenhängen. mehr »

Hausbesuche bringen wohl mehr Honorar

Beim GKV-Spitzenverband gilt als ausgemacht, dass die Ärzte für eine Ausweitung der Mindestsprechzeiten nur sparsam honoriert werden sollen. Das Honorarsystem soll keine Gelddruckmaschine für Ärzte sein. Eine Ausnahme könnte es geben: Hausbesuche. mehr »