Ärzte Zeitung online, 21.07.2009

Von Würmern verursachte Erblindung komplett vermeidbar

NAIROBI/DAKAR (dpa). Eine von Würmern verursachte Erblindung von Menschen in tropischen Regionen könnte komplett ausgemerzt werden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Weltgesundheitsorganisation WHO. Demnach lässt sich die Flussblindheit durch den Einsatz des Arzneistoffs Ivermectin ausmerzen. Die Studie wurde nun in Senegal vorgestellt.

WHO-Wissenschaftler hatten in Mali und Senegal 17 Jahre lang 126 von der Krankheit betroffene Dorfgemeinschaften regelmäßig mit Ivermectin behandelt. Die Zahl der Erkrankungen ging stetig zurück, bis schließlich keine neuen Fälle mehr gemeldet wurden. Die Behandlung wurde dann eingestellt - und auch 16 bis 22 Monate nach Ende der Therapie gab es keine Neuerkrankten in den Gemeinschaften (PLoS Neglected Tropical Diseases 3, 2009, e497).

"Dieser Nachweis ist ein historischer Meilenstein - er hat weitreichende Auswirkungen auf den Kampf gegen diese Krankheit", sagte Uche Amazigo, Direktor des Afrikanischen Programms zur Kontrolle der Flussblindheit. "Vor der Studie wussten wir nicht, ob wir die Behandlung jemals einstellen können."

Die Flussblindheit wird auch Onchozerkiasis genannt. Von der chronischen Haut- und Augen-Krankheit sind nach WHO-Angaben weltweit rund 37 Millionen Menschen betroffen. Die meisten von ihnen leben in den armen, ländlichen Regionen Afrikas. Übertragen werden die Erreger von Mücken.

Volltext der Studie "Feasibility of Onchocerciasis Elimination with Ivermectin Treatment in Endemic Foci in Africa: First Evidence from Studies in Mali and Senegal"

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

BGH schränkt Privileg der Arztbewertungsportale ein

Darf ein Arztbewertungsportal eine Praxis ungefragt listen? Ja, aber kein Arzt muss sich Werbung konkurrierender Praxen im direkten Bewertungsumfeld gefallen lassen. mehr »

Low-Fat-Diät ist genauso gut wie Low-Carb

Welche Diät bringt am meisten? Eine Studie der Stanford-Universität hat verschiedene Diäten verglichen und sich angeschaut, ob die Gene beim Abnehmen eine Rolle spielen. mehr »

Hippotherapie bei MS wirkt

MS mit Pferdetherapie behandeln: Das scheint zu funktionieren. Mit den Ergebnissen einer Studie wollen die Autoren die Diskussion über die Kostenübernahme der Hippotherapie beleben. mehr »